Ein Kempener Barbesitzer und eine Rumänin sitzen auf der Anklagebank.

Kempen/Krefeld. So hatte sich eine 21-jährige Zeugin ihre Vernehmung vor dem Amtsgericht Krefeld sicher nicht vorgestellt: Während der Verhandlung wurde sie am Freitag wegen Falschaussage festgenommen. Auf der Anklagebank saßen ein 36-jähriger Barbesitzer und eine 36-jährige Rumänin, beide aus Kempen, denen gemeinschaftlich begangener "Menschenhandel zum Zweck der Ausbeutung" vorgeworfen wird.

Das Opfer sei, so die Anklage, mit dem Versprechen, als Babysitterin arbeiten zu können, nach Kempen gelockt, dort aber zur Prostitution gezwungen worden. Außerdem habe man sie mit einer Drohung in Schach gehalten: "Denken Sie an ihre kleine Tochter in Rumänien."

Noch äußerten sich beide Angeklagten nicht zu den Vorwürfen. Lediglich zwei Zeuginnen, ebenfalls Rumäninnen und ihrer Aussage nach Bar-Tänzerinnen, wurden gehört. Sie waren mit dem Opfer bei einer Razzia im Sommer 2007 in der Bar aufgegriffen worden. Dies leugnete jedoch die eine Zeugin (21). Weshalb die Geduld der Staatsanwältin sichtlich erschöpft, ihr Ton gereizt war: "So geht es nicht, man hat ihnen mehrmals Gelegenheit geboten, die Aussage zu korrigieren." Die Rumänin ließ sich davon nicht beeindrucken, weshalb sie verhaftet wurde. Beide Zeuginnen gaben an, dass die Türen nie verschlossen waren, sie sich frei bewegen konnten. Außerdem ging es darum, wer die Fahrt von Rumänien nach Kempen bezahlt habe und ob sie ihr Klientel auch mit Sex bedient hätten. Das wiesen beide weit von sich.

Nicht erschienen war das vermutliche Opfer, das als Zeugin geladen war. Die Verhandlung wird am 10. März um 9 Uhr fortgesetzt.

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