Die WZ begleitete eine Dreikönigs-Truppe auf ihrer Tour. Viele freuen sich über den Besuch aus dem Morgenland und spenden für den guten Zweck.

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Die Familie Goertsches freut sich in jedem Jahr wieder auf den Besuch der Sternsinger und öffnet gerne die Tür.

Die Familie Goertsches freut sich in jedem Jahr wieder auf den Besuch der Sternsinger und öffnet gerne die Tür.

Kurt Lübke

Die Familie Goertsches freut sich in jedem Jahr wieder auf den Besuch der Sternsinger und öffnet gerne die Tür.

Kempen. Eine freundliche Frau macht die Tür an der Vorster Straße 22 auf. Vor ihr stehen die Heiligen Drei Könige Caspar (Andreas, 7 Jahre), Melchior (Andreas´ Bruder Tobias, 10) und Balthasar (Niclas, 12) und fangen an, das Lied "Stern über Bethlehem" zu singen. Dann sagt Tobias seine königlichen Zeilen auf und schreibt den Segensspruch an die Haustür. Ein Geldschein wandert in die gelbe Sammelbüchse, die Kinder bedanken sich und ziehen zum nächsten Haus.

"Ich freue mich immer auf die Sternsinger", sagt Sabine Goertsches. Die zweifache Mutter ist selbst in der Pfarrgemeinde St. Marien beim Minigottesdienst tätig und betet mit ihren Söhnen Jakob (4) und Lukas (1) jeden Mittag und Abend. Sie meint: "Der Glaube ist wichtig, auch für meine Kinder." Sicherlich werden ihre Jungen auch eines Tages bei den Sternsingern mitmachen.

In diesem Jahr machen insgesamt rund 40 Kinder im Alter von fünf bis zwölf Jahren bei der Sternsingeraktion der Propsteipfarre mit. Auch am Montag und morgen ziehen sie noch von 9 bis 17 Uhr durch Kempens Straßen.

"Das ist eine schöne Tradition und gehört unbedingt dazu."

Dabei treffen die Kinder nicht immer auf erfreute Gesichter, wissen die Messdienergruppenleiter Dominik Druyen (17) und Christopher Slotta (15), die als Begleiter die Sternsinger unterstützen. "Manche Türen bleiben geschlossen, andere Leute spenden nichts", sagt Dominik aus langer eigener Erfahrung.

Doch es geht auch anders: "Das ist eine schöne Tradition und gehört unbedingt dazu", meint Heiner Stevens, der gerne Geld gibt. Und an einem Hauseingang ist fast kein Platz mehr zum Anschreiben des Segensspruches, hier haben sich Sternsinger seit 1989 verewigt.

Die Sternsinger der Pfarre St. Marien sammeln für ein brasilianisches Kinderprojekt. Die Dankmesse findet am 11. Januar um 10 Uhr statt.

Die Gemeinde Christ König spendet die Einnahmen des diesjährigen Dreikönigssingens für Straßenkinder in Ecuador. Die Dankmesse ist ebenfalls am 11. Januar um 9.45 Uhr.

In der Pfarre St.Josef ist die Sammlung für die Kinder im namibianischen Okatana bestimmt. Die Dankmesse wird am 10. Januar um 18.30 Uhr gefeiert.

"Wir kommen daher aus dem Morgenland", heißt jetzt das Lied, mit dem die Drei ihre Geschichte erzählen und um eine milde Gabe bitten. Ein Anwohner hat kein Geld im Haus, was ihm sichtlich unangenehm ist. Kurzerhand gibt er den Sternsingern eine große Tüte feinster Kekse mit auf den Weg. Alle Süßigkeiten werden am Ende dann unter allen Kindern verteilt.

Kassensturz nach zwei Stunden: 169 Euro sind zusammengekommen. 2008 waren es insgesamt rund 8000 Euro, die allein durch St.Marien gesammelt wurden. "Hoffentlich knacken wir diesen Rekord", freut sich Niclas. Mittags gibt es für alle Nudelsalat mit Würstchen, danach geht es weiter. Alle wollen auch im nächsten Jahr gerne wieder mitmachen.

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