Seit einem Jahr gibt es die Senioren-WG. Das feiern die Bewohner und ziehen Bilanz.

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Die Senioren-Wohngemeinschaft feiert in der Villa Basels mit Kaffee und Kuchen ihren ersten Geburtstag. Dazu wird gesungen – vorzugsweise Volkslieder.

Die Senioren-Wohngemeinschaft feiert in der Villa Basels mit Kaffee und Kuchen ihren ersten Geburtstag. Dazu wird gesungen – vorzugsweise Volkslieder.

Kurt Lübke

Die Senioren-Wohngemeinschaft feiert in der Villa Basels mit Kaffee und Kuchen ihren ersten Geburtstag. Dazu wird gesungen – vorzugsweise Volkslieder.

Kempen. "Man muss hier gesellschaftsfähig sein und versuchen, nicht jeden Tag zu klagen", sagt Franziska Schlootz, Vertreterin der Mietergemeinschaft der Villa Basels. Die Wohngemeinschaft (WG) für Senioren feierte jetzt das einjährige Bestehen. Dazu gab es Kaffee und Kuchen, Erinnerungsaustausch und viel Gesang.

"Hier kann ich noch für mich alleine leben."

Franziska Schlootz, Bewohnerin

"Die Idee für eine Senioren-WG ist 2005 entstanden, als über neue Wohnkonzepte in Kempen nachgedacht wurde. Die Grundsteinlegung war 2008 und am 21. August 2009 wurde das Haus eingeweiht", sagt Petra Sdunek, Leiterin des Sozialamtes. Aufgeteilt ist das Haus an der St. Peter Allee32 in drei Wohngemeinschaften, für jede Etage eine. Es gibt 20Wohnungen - 14 öffentlich geförderte und sechs frei finanzierte. Petra Sdunek: "Aber diese Trennung zählt in der Gemeinschaft nicht. Man mischt sich untereinander."

Den Alltag gestalten die Bewohner oft gemeinsam

Die Wohnungen sind zwischen 45 und 70 Quadratmetern groß. Mit dabei ist immer ein Wohnraum mit eingebauter Küchenzeile, ein Schlaf- und ein Badezimmer. Zusätzlich gibt es auf jeder Etage Gemeinschaftsräume: eine große Küche und einen Hauswirtschaftsraum.

Im Alltag unternehmen die 16 Bewohner der Villa Basels viel zusammen. Jeden Tag wird gemeinsam gekocht und gegessen. "Jeder leistet das, was er kann", sagt Petra Sdunek. Unterstützung kommt von fünf Alltags-Assistentinnen, die jedoch keine pflegerischen Aufgaben übernehmen. Sdunek: "Sie sollen anregen und Impulse setzen, aber nicht betüddeln."

Assistentinnen und Bewohner kommen gut miteinander aus

Kerstin Ingendae hat sich extra um den Beruf der Alltags-Assistentin bemüht: "Vorher war ich Altenpflegerin im St.Peter-Stift. Hier in der Villa Basels hat man nicht diese körperliche Arbeit, sondern kann die Tagesstruktur mit gestalten und bei Bedarf Dinge mit den Bewohnern aufarbeiten."

14 Appartements sind vom Sozialamt gefördert. Ihre Miete beträgt 410 bis 460 Euro. In den sechs frei finanzierten Appartements liegt sie bei 530 bis 860 Euro.

Es kann eine Alltags-Assistenz gebucht werden: Die Senioren bekommen dann Unterstützung, etwa bei Ausflügen. Kosten: 860 Euro.

"Wem die Miete zu hoch erscheint, kann sich nach Vergünstigungen erkundigen", sagt Sozialamtsleiterin Petra Sdunek. Ansprechpartnerin ist die Altenberaterin Birgit Pegels-Rüthing, Tel. 02152/917307.

Und was ist der Anreiz an diesem Angebot des betreuten Wohnens? "Ich habe Arthrose und eigentlich müssten meine Knie operiert werden. Aber geistig bin ich noch sehr fit", sagt Franziska Schlootz. Die 82-Jährige ist am 1.September 2009 in die Villa Basels gezogen: "Hier kann ich noch für mich alleine leben, habe aber im Notfall auch die Sicherheit, dass jemand da ist. Das ist eine schöne Hausgemeinschaft." "Es kann aber der Punkt kommen, an dem dann doch ein Umzug in ein Altenheim nötig ist. Wir versuchen dann, den Übergang zu vereinfachen", sagt Sdunek.

Eine der Lieblingsbeschäftigungen der Senioren zwischen 60 und 96Jahren ist das Singen - am liebsten in Gemeinschaft und Volkslieder. Natürlich wurde auch der erste Geburtstag der Wohngemeinschaft so gefeiert, wie das in der Villa Basels alle gerne tun: mit Gesang.

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