Die Taizé-Andacht erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Besonders die Jugend schätzt die beschauliche Stimmung bei der Andacht.

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Markus Holtermann und Katrin Müller vor dem Taize-Kreuz in der Kamperlingser Kirche. Die jungen Leute schätzen die spirituelle Erfahrung dieses außergewöhnlichen Gottesdienstes.

Markus Holtermann und Katrin Müller vor dem Taize-Kreuz in der Kamperlingser Kirche. Die jungen Leute schätzen die spirituelle Erfahrung dieses außergewöhnlichen Gottesdienstes.

Svenja Jongmanns

Markus Holtermann und Katrin Müller vor dem Taize-Kreuz in der Kamperlingser Kirche. Die jungen Leute schätzen die spirituelle Erfahrung dieses außergewöhnlichen Gottesdienstes.

Kempen. Einfach mal abschalten, seine Sorgen vergessen. Das ist das Ziel bei den so genannten Taizé-Gebeten. Dafür versammeln sich die Teilnehmer vor dem Kreuz, singen, lesen Texte und schweigen auch einfach mal einige Minuten.

"Man hat nicht viel zu tun und kommt trotzdem zu nichts."

Markus Holtermann Taizé-Beter

Am Sonntag fand eine solche Messe in St. Josef, Eibenweg 3, statt. Mit dabei waren auch Markus Holtermann(20) und Katrin Müller (19). Insgesamt nahmen an dem Gottesdienst rund 20Katholiken teil, die meisten aus Kempen, aber auch ein "harter Kern" aus Anrath.

Beide haben dieses Taizé-Gebet mit vorbereitet. "Es gibt jeden Monat ein Gebet. Jeweils in einer Region des hiesigen Kirchenkreises", sagt Katrin. Die frisch gebackene Abiturientin kam genau wie Markus über eine Freundin an Taizé.

Taizé ist ein Ort in Frankreich, wohin jedes Jahr Fahrten unternommen werden. Diese dauern eine Woche. Insgesamt sind 2000 bis 5000 Menschen dort, in den kühleren Monaten an die 1000. Zum ersten Mal waren die beiden Jugendlichen 2006 mit auf Tour. "Seitdem bin ich davon einfach nicht mehr losgekommen", sagt Markus.

Bei den Gebeten in der hiesigen Region möchten beide noch mal das Gefühl aus Taizé aufleben lassen. Katrin: "Meistens werde ich gegen Ende der Woche richtig entspannt. Es ist etwas ganz Besonderes, da zu sein."

Die französische Gemeinde Taizé liegt in der Region Bourgogne, ungefähr zehn Kilometer nördlich von Cluny. Insgesamt gibt es nur an die 180 Einwohner auf etwas über drei Quadratkilometern.

Gründer von der "Gemeinschaft von Taizé" (Communauté de Taizé) war Roger Schutz, der 2005 verstarb. Trotzdem wächst die Popularität der Gemeinschaft weiter. Jedes Jahr reisen 200.000 Besucher in den kleinen Ort. Es gibt ungefähr 100 feste Mitglieder.

In Taizé wird drei Mal am Tag gebetet. Vor dem Frühstück und Mittagessen, sowie das Abendgebet mit offenem Ende. Im Kreis Viersen gibt es am letzten Sonntag des Monats ein Gebet. In den Sommerferien fällt es aus. Das nächste findet am 30. August in der Irmgardis-Kapelle in Süchteln statt.

Auch für Markus ist Taizé etwas Einzigartiges: "Ich nehme jedes Mal Bücher mit hunderten von Seiten mit und komme doch nicht zum Lesen. Man hat nicht viel zu tun und kommt trotzdem zu nichts. So stelle ich mir Urlaub vor."

Auch von den Messen in der Kirche des kleinen französischen Ortes sind sie begeistert. "Die Kirche ist sehr groß. Es gibt keine Stühle oder Bänke. Man sitzt, liegt oder steht, je nachdem, was man möchte. Dabei ist es nur wichtig, den Kopf aus Respekt nach vorne zu richten", sagt Katrin.

Besonders die ruhigen Minuten machen dabei großen Eindruck auf die Kempener Jugendlichen: "Es ist ein wahnsinniges Gefühl, wenn man sich mit 5000 Menschen in einem Raum befindet und durch die gekippten Fenster die Vögel hören kann", sagt Katrin Müller

Nächstes Jahr kann Markus nicht mehr mit nach Taizé fahren. Ab Oktober studiert er Informatik in Mannheim. Katrins Zukunft ist unklar: "Ich bin noch unentschlossen."

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