Der Malermeister von der Alten Schulstraße hat sein Geschäft geschlossen. Jetzt widmet er sich ganz der Musik.

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Ab sofort will Malermeister Peter Schmeink wieder mehr in die Saiten greifen. Der Hobbymusiker und DJ hat sich der Gitarre und dem Bass verschrieben.

Ab sofort will Malermeister Peter Schmeink wieder mehr in die Saiten greifen. Der Hobbymusiker und DJ hat sich der Gitarre und dem Bass verschrieben.

Kurt Lübke

Ab sofort will Malermeister Peter Schmeink wieder mehr in die Saiten greifen. Der Hobbymusiker und DJ hat sich der Gitarre und dem Bass verschrieben.

Kempen. Vor einigen Tagen sorgte er als DJ Peter im Kolpinghaus noch für gute Stimmung beim Tanz in den Mai, jetzt befindet er sich bereits im Ruhestand: Peter Schmeink. Der 59-jährige Meister von der Alten Schulstraße hängt aus gesundheitlichen Gründen den Malerkittel an den Nagel. Zum Monatsanfang schloss das älteste Malergeschäft in Kempen nach 107 Jahren seine Türen. "Knochen und Herz machen nicht mehr mit", begründet Schmeink den Rückzug ins Private.

Großvater Emil gründete das Fachgeschäft im Jahr 1903 in St. Hubert. Schmeinks Vater Jakob legte 1948 die Meisterprüfung ab, und er selber begann 1964 im Familienbetrieb als Lehrling.

"Von den Stones bis zu den Kinks ist alles dabei."

Peter Schmeink über seine Plattensammlung

Dabei galt seine Liebe neben dem Beruf schon immer der Musik. "Ich wäre gerne Radio- und Fernsehtechniker geworden", sagt der begeisterte Gitarrist. Heute besitzt er 16 solcher Saiteninstrumente plus Verstärker und rund 4000 CDs mit Schwerpunkt 60er Jahre: "Von den Stones bis zu den Kinks ist alles dabei." Als DJ geht Schmeink natürlich gerne auf Hörerwünsche ein, lässt das Publikum den Abend mitgestalten.

Von 1968 bis 1975 spielte Peter Schmeink in der Band "Lightnings" Gitarre. Dieses Jahr, genauer am 31. Oktober, kommen die fünf Musiker erneut für ein Konzert in Waldniel zusammen. "Die weiteste Anreise hat unser Sänger Thomas Gerlach. Der ist Generalkonsul in Moldavien", berichtet Schmeink.

Schlagzeuger Charly Germeshausen lebt im Elsass, Gitarrist Manfred Frantzke ist pensionierter Bundeswehrpilot. Nur Peter Schmeink blieb seiner Heimat treu. Gespielt wird bei Keyboarder Franz Kursawa, der wenige Tage zuvor 60 Jahre alt wird. Zwölf Stücke probt das Quintett derzeit ein, jeder alleine für sich. "Das wird ein großes Fest", ist sich Schmeink sicher.

1903 gründet Emil Schmeink die Firma an der Breite Straße in St. Hubert.

1948 zieht Emils Sohn Jakob mit dem Betrieb an den Kempener Buttermarkt ins heutige Café Peerbooms um. Dort wird Peter Schmeink 1950 geboren. Von dort geht es 1958 an die Alte Schulstraße 8.

Peter Schmeink beginnt seine Ausbildung 1964 im väterlichen Betrieb, den er 1977 nach der Meisterprüfung zwei Jahre zuvor übernimmt.

Als langjähriges Mitglied der Prinzengarde - seit der Gründung 1978 ist er dabei - legt Schmeink seit vielen Jahren beim Tanz in den Mai im Kolpinghaus auf. Außerdem hat er weiterhin Auftritte bei Sommerfesten, auf Geburtstagen und privaten Feiern.

Als Ruheständler bleibt ihm endlich Zeit für schöne Dinge: "Bislang hatte ich ja immer viel am Hut", sagt Schmeink. Das soll sich ändern. Verreisen möchte der ewige Junggeselle, am liebsten eine Kreuzfahrt machen. Und um seine Gesundheit wird er sich kümmern: "In den nächsten Tagen gehe ich wegen meiner Knieprobleme zum Arzt."

Einen Grund zur Freude hat Schmeink, der das Familienunternehmen gerne in jüngere Hände gelegt hätte, zum Ende seiner Firma aber auch noch: Seine beiden Gesellen haben eine neue Arbeitsstelle gefunden.

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