Eine Fan-Gemeinschaft boomt. Ferner: Teenie-Fieber im Kino. Und: Drei Tipps für Pfingsten in der Altstadt.

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Vor der Büste des kritisch dreinblickenden Thomas auf dem Kirchplatz reckt Oliver Latz seine Trophäe hoch: Der Student und Köln-Fan ist Meister 2008/2009 der Nackttipper.

Vor der Büste des kritisch dreinblickenden Thomas auf dem Kirchplatz reckt Oliver Latz seine Trophäe hoch: Der Student und Köln-Fan ist Meister 2008/2009 der Nackttipper.

Vor der Büste des kritisch dreinblickenden Thomas auf dem Kirchplatz reckt Oliver Latz seine Trophäe hoch: Der Student und Köln-Fan ist Meister 2008/2009 der Nackttipper.

Kempen. Pfingsten steht an- warum in die Ferne schweifen, wo das Gute so nah liegt. In der Altstadt ist alles möglich. Hier jeweils ein Tipp in Sachen lecker essen gehen, einen gepflegten Kaffee trinken und einen schönen Spaziergang machen. Fangen wir mit letzterem an: Flanieren entlang der Stadtmauer. Und zwar nicht außerhalb, auf der Promenade im Grüngürtel; sondern im Innern auf dem Kopfsteinpflaster. Das sind 1830 Meter pralle Geschichte. Wir begegnen den Denkmälern Kuhtor, Mühle, Nievenheim-Haus, Peterturm, Burg oder Kloster. Wir stoßen aber auch auf die vier eher stillen Kunstwerke des Skulpturen-Projektes: "Übereinander" von James Reineking, "Treppentor" von Sybille Berke, "Krug" von Inge Mahn und "Kreisbank" von Katsuhito Nishikawa. Und vermutlich stoßen wir auf nette Anwohner, die gerne über die Geschichte ihre Stadt erzählen oder sich auf einen Plausch einlassen.

Lecker essen gehen

Im Et Kemp’sche Huus, Neustraße 31, werden gerne regionale Produkte verarbeitet. Zurzeit steht als Empfehlung auf der saisonalen Karte der Kempener Spargel. Gut passt dazu ein Kalbssteak, Sauce Hollandaise und neue Kartoffeln. Als Nachtisch eine ungewöhnliche Mischung, auch aus der Region: Kempener Erdbeeren mit grünem Pfeffer und Mohn-Lavendel-Eis.

Gepflegt ins Café gehen

Passend zur Erdbeerzeit gibt es im Burgcafé, Thomasstraße 27, Spezialitäten. Neben Erdbeerkuchen mit Biskuit- oder Mürbeteig werden die Früchte auf Baiser gebacken. "Alles eigene Rezepte", sagt Besitzer Erwin Falk. Dazu gehört auch der Erdbeerrücken: Ein pyramidenförmiger Erdbeerberg mit einer Eigelb-Vanille-Creme-Füllung. Zur Erfrischung gibt es Eisbecher, natürlich mit Erdbeeren, und amerikanische Limonade: ein Saftmix mit der Zugabe von frischen Früchten.

Kindermoden-Laden macht dicht

Bei Kindermoden Schneider an der Peterstraße4 gehen die Lichter aus. Am 17.März 2007 hatte die gebürtige Ratingerin Denise Schneider (25) dort auf 135 Quadratmetern in der Nachfolge des Bastelgeschäfts Creativo ihr Geschäft eröffnet. Davor befand sich dort jahrzehntelang das Fotogeschäft Schmitz. Ende Juni, spätestens im Juli ist Schicht in Kempen. Bis dahin gibt es dicke Rabatte.

Nackttipper bald "oben ohne"?

Macht diese Tippgemeinschaft ihrem Namen bald alle Ehre? "Uns gehen die Trikots aus", sagt Stefan Kirsch(33), Sprecher der Nackttipper. Die Fußballfans im roten Krombacher-Dress haben mit Oliver Latz ihren Tippkönig der Saison 2008/2009 mit einer Bierdusche gekrönt. "Falls weitere Tipper zu uns stoßen, brauchen wir neue Trikots", sagt Kirsch. Bislang gibt es 26 Tipper- darunter die Frauen Simone Rüster, Michaela Bollen und Beate Wendland- in der 2003 etablierten Gemeinschaft. Vielleicht findet sich ja ein Sponsor? Der sollte ein Herz für Gladbach oder Köln haben. Denn die haben bei den Tippern die Oberhand...

Traurige Ulmen sind angefressen

Am Burgring nahe dem von-Loe-Denkmal stehen zwei kränkelnde Ulmen. Die 20 Meter hohen Riesen haben keine neuen Triebe entwickelt. Klaus Herrmann, stellvertretender Leiter des Grünflächenamtes: "Die 40 Jahre alten Ulmen sind in der Krone vom Ulmenspintkäfer angefressen." Dadurch verbreitet sich ein Schlauchpilz in den wasserführenden Bahnen des Baumes. "Der Pilz verstopft die Wasserzufuhr, die Bäume sterben ab. Das Ganze heißt Ulmenwelke." Nun müssen die Ulmen gefällt werden. Die Säger rücken vermutlich im Herbst an. Herrmann: "An gleicher Stelle werden neue Bäume gepflanzt."

Bärlin’s-Vitrine abgebaut

Zehn Jahre Kampf wurden am Donnerstag belohnt: Wolfgang Beeren ist die Glasvitrine vor seinem Lokal Bärlin’s endlich los. Am Donnerstag in aller Herrgottsfrühe rückten die Mitarbeiter des Baubetriebshofs an und bauten den gläsernen Werbeträger auf dem Altstadtpflaster ab. Beeren kann die freigewordene Fläche vor seinem Haus Ercklentz jetzt für seine Außen-Gastronomie nutzen. Der Verkehrsverein als verantwortliche Institution für die Vitrinen hatte den Bärlin’s-Wirt an die Kosten erinnert, die ein Abbau mit sich bringt. Deshalb herrschte in den letzten Jahren in den Verhandlungen auch Funkstille. Ein Flüsterzuruf des Beeren an den Ersten Beigeordneten Volker Rübo brachte den Durchbruch. Rübo, der am 30.August Bürgermeister werden will, erklärte die Vitrine Judenstraße zur Chefsache und ließ die Bauhof-Kolonne mit der Flex anrücken. Jetzt lagert die Box erst mal beim Bauhof hinter den Stadtwerken. "Momentan haben wir noch keinen neuen Standort dafür", sagt Christian Alberts vom Verkehrsverein. Dafür hat der Verein jetzt wieder die Schlüsselgewalt über die Vitrine am Viehmarkt vor Vienhues. Dort ließ die Vitrinen-Qualität- was das Innere betrifft- zu wünschen übrig. Jetzt will der Verkehrsverein mit einem neuen Werbeträger Pepp reinbringen.

Hannah-Hype in den Lichtspielen

Was am Samstag wohl auf dem Buttermarkt los ist? Um 14.30 Uhr läuft im Kino Hannah Montana an. "Es gibt noch genügend Karten", sagt Lichtspiele-Chef Frank Janssen. Er hat seinen größten Saal für Teenie-Star Miley Cyrus (16) reserviert. Auf jeden Fall wird keine Besucherin vor lauter Montana-Manie in Ohnmacht fallen. Janssen: "Die Klima-Anlagen laufen volle Pulle. Niemand kommt ins Schwitzen, die Mädels können kühlen Kopf bewahren..."

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