Christoph Pasch öffnete sein Atelier zwischen Kempen und Krefeld. Paschs Vielfalt spiegelt sich im Atelier wieder: Hier der bronzene Holzscheit, dort Schraubenkästen mit Guss-Teilen.

wza_1015x1500_722933.jpeg
Christoph Pasch mit einer seiner Arbeiten.

Christoph Pasch mit einer seiner Arbeiten.

Kurt Lübke

Christoph Pasch mit einer seiner Arbeiten.

Kempen. Kreative Einblicke auf dem Brammenhof in Unterweiden: Kunstgießer und Bildhauer Christoph Pasch lud am Wochenende erstmals zum Tag der offenen Tür in sein Atelier an der Unterweidener Straße 34 ein. Ihm zur Seite standen "Fossi, der Gabelkönig" und Bildhauer Armin Korsmeier.

Seit 1982 schafft Pasch hier auf 100 Quadratmetern, vereint die Berufe des Bildhauers und des Kunstgießers. Das ist deutschlandweit einzigartig. Als Bildhauer entwirft er selber, als Kunstgießer nimmt sich Pasch Modelle anderer Künstler per Wachsgussverfahren an.

Zuerst wird eine Silikonform hergestellt, in der ein Positivmodell aus Wachs entsteht. Dieses wird mit feuerfestem Schamotte ummantelt, es folgen der eigentliche Guss, das Ziselieren und Patinieren.

"Form entsteht aus Bewegung."

Armin Korsmeier, Bildhauer

Paschs Vielfalt spiegelt sich im Atelier wieder: Hier der bronzene Holzscheit, dort Schraubenkästen mit Guss-Teilen. Handtuchhalter mit den Motiven Zunge und Nase glänzen an der Wand, während der Künstler einzelne Wachsabschnitte zu einem Blumenstrauß umgedeutet hat.

Das Gegenständliche ist überall präsent, und um Anekdoten ist Christoph Pasch auch nicht verlegen: "Noch als Lehrling habe ich einen Guss für Joseph Beuys gefertigt. Seine Vorgabe war ein tönerner, mit Gips gefüllter Blumentopf. Mein Fehlguss mit Loch hat ihn aber nicht verärgert, er sagte, genau so wollte er das haben", erinnert sich Pasch.

"Fossi, der Gabelkönig" zeigte das Sandgussverfahren

1946 in Ershausen (Thüringen) geboren, 1967-68 Steinbildhauerlehre, 1969-76 Studium der Architektur und Plastik. Arbeitsschwerpunkte: Arbeiten an öffentlichen Gebäuden/Plätzen, Brunnen, Kirchenräumen.

Hubertusbrunnen St.Hubert (1989), Gänsebrunnen Oedt (1992/93), Figurenbrunnen "Bauer&Weber" Oedt (1997), "Müller/Esel" Mülhausen (2000), St. Martin-Figurengruppe, Rathaus Kempen (2004).

Aus Entwurfskizzen folgen kleine Modelle (Draht, Jute, Wachs), die in Ton modelliert und in Wachs umgeformt werden. Durch Sandabformung wird das Wachsmodell in Bronze gegossen, dann patiniert.

Spannend ging es auch im Atelier von Armin Korsmeier zu, einem analytischen Bildhauer mit Faible für elastische Flächen: "Form entsteht aus Bewegung. Stillgewordene Bewegung ist das Resultat aus Spannung und Kraft bewegter Form." Aus Stein, Bronze und Wachs schafft Korsmeier "gespannte" Formen für die Ewigkeit.

Aus dem kühlen Keller auf die Wiese zu "Fossi, dem Gabelkönig": Er zeigte das Sandgussverfahren und eigene Bronzearbeiten. Historie, Evolution und die Menschheit sind seine Themen. Bei Kaffee und Waffeln kamen Künstler und Besucher gut ins Gespräch, ein kleiner Hoftrödel rundete die kreative Landpartie ab.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer