Thomaeer interpretieren das Bilderbuch „Das kleine Ich bin Ich“.

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Ich bin Ich: Jeder der jungen Schauspieler schlüpft mal in die Rolle des Erzählers und steigt auf den Sockel.

Ich bin Ich: Jeder der jungen Schauspieler schlüpft mal in die Rolle des Erzählers und steigt auf den Sockel.

Ich bin Ich: Jeder der jungen Schauspieler schlüpft mal in die Rolle des Erzählers und steigt auf den Sockel.

Kempen. Am Theater erprobten Thomaeum ist es Tradition, dass sich der Literaturkurs der Stufe12 mit einem eigenen Stück verabschiedet. Die 20 Schüler des aktuellen Jahrgangs hatten sich dafür eine Erinnerung an ihre Kindheit ausgedacht. Sie interpretierten am Mittwochabend in der Aula das 1972 von Mira Lobe und Susi Weigel veröffentlichte Bilderbuch "Das kleine Ich bin Ich".

Bei den Darstellern geht es nicht mehr um das kleine karierte Wesen, das alle Tiere fragt, was es denn wäre, sondern um die Ich-Findung junger Leute. Eben Alltag, wenn man am Ende der Pubertät auf dem Weg ins Berufsleben ist, erwachsen sein möchte. Fragen über Fragen: Wer bin ich? Was will ich? Wie sehen mich die anderen? Wie werde ich ein Star? Am Ende steht die Erkenntniss, dass man nur man selbst sein kann, wenn man mit Selbstbewusstsein und wachem Geist durch die Welt geht.

Mit Regisseur und Schauspieler Klaus von Mirbach und Lehrerin Brigitte Nienhaus haben die Schüler eine spannende Szenenfolge geschaffen. Diese zeigt viel über Wünsche, Hoffnungen und Ängste junger Menschen. Dabei gehen die Schüler sowohl mit der Erwachsenenwelt als auch mit dem, was sie tagtäglich erleben, kritisch um. Und auch durchaus mit scharfem Blick auf ihre eigene Generation. "Ich wollte mich selbst kennen lernen, aber ich habe mich selbst überschätzt", ist eine bittere Erkenntnis mitten im Stück.

Die Zwölftklässler haben dies alles- wie im Bilderbuch- in eine bunte Mischung aus Schauspiel, Musik mit Flügel, Gitarre und Gesang sowie Tanz verwandelt. Neben dem hübschen Bühnenbild, auf dem das Original aus dem Bilderbuch auftaucht, besticht die Kulisse durch Schlichtheit.

In das Kostüm des karierten "Ich bin Ich" schlüpft immer wieder ein anderer Darsteller und macht damit deutlich, dass es um das Grundbedürfnis geht, sich selbst zu finden.

Das Stück "Das kleine Ich bin Ich" wird am Freitag und Samstag jeweils um 20 Uhr in der Aula des Thomaeum erneut aufgeführt.

Eine unterhaltsame, manchmal nachdenkliche, aber hauptsächlich fröhliche Revue - und ein gutes Lehrstück über die Befindlichkeit einer Generation. bu

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