Die Stadt beteiligt sich zum dritten Mal an der Aktion. Der bewusste Verzicht auf das Auto ist gut für die Natur und die Gesundheit.

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Kaplan Frank Schürkens und Pfarrer Michael Gallach ließen sich in der Rikscha kutschieren.

Kaplan Frank Schürkens und Pfarrer Michael Gallach ließen sich in der Rikscha kutschieren.

Kurt Lübke

Kaplan Frank Schürkens und Pfarrer Michael Gallach ließen sich in der Rikscha kutschieren.

Kempen. Karneval ist vorbei, die Fastenzeit ist da. Aber warum "nur" auf Süßigkeiten, Alkohol oder Fernsehen verzichten? Es geht auch anders. So hängt manch einer gleich für sieben Wochen die Autoschlüssel an den Haken.

"Ohne Auto geht es auch"

Martin Schieblon, Mitglied ökumenische Umweltgruppe

"Mit unserer Autofasten-Aktion wollen wir den Kempener Bürgern den Verzicht auf das Auto während der Fastenzeit ans Herz legen. Denn ohne ein Auto geht es auch", sagt Martin Schieblon von der ökumenischen Umweltgruppe der Kempener Kirchengemeinden am Sonntagvormittag. An der Pfarrkirche Christ-König fiel der Startschuss für die Aktion mit einer Rikschafahrt von Kaplan Frank Schürkens. Sein Amtskollege, der evangelische Pfarrer Michael Gallach, stieg vor der Thomaskirche an der Kerkener Straße dazu.

Mit der Fahrradrikscha über das holprige Altstadt-Pflaster

Beide wurden - von einigen Pedalrittern begleitet- in einer Fahrradrikscha über das holprige Pflaster der Altstadt zur Propsteikirche kutschiert. Am Lenker des ungewöhnlichen Gefährts saß Bruno Rousselet, dem die Rikscha gehört. "Ich bringe damit täglich meine Kinder in den Kindergarten", so Rousselet.

Frank Schürkens und Michael Gallach ernten erstaunte Blicke

Pünktlich zum Schluss der sonntäglichen Messe fuhr die ein Dutzend Drahtesel lange Fahrradkolonne an der Prop-steikirche vor, wo Schürkens und Gallach auf dem Rücksitz der Rikscha erstaunte und belustigte Blicke ernteten. Die Aktion fiel auf, Teilnehmer und Macher kamen schnell mit anderen ins Gespräch.

Die Fastenzeit sollte laut Martin Schieblon nicht nur auf Süßigkeiten und Genussmittel beschränkt sein. Die Aktion "Autofasten" rege an, auch auf alltägliche Dinge wie eben das Autofahren zu verzichten.

Die Aktion regt dazu an, den täglichen Gebrauch des Autos zu überdenken und Alternativen zu erwägen. Beispielsweise können kleine Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigt werden. Bei größeren Strecken helfen Bus und Bahn.

Das Autofasten ist eine gemeinsame Aktion der katholischen Bistümer Aachen, Trier und Mainz sowie der Evangelischen Landeskirchen Rheinland und Pfalz und der katholischen Kirche Luxemburgs.

Die Aktion hat viele namhafte Partner wie Greenpeace, BUND, Naturschutzbund (Nabu), Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (ADFC) und die Energie-Agentur NRW.

Wer wollte, bekam noch Infomaterial zu der Aktion. "Ich denke, dass wir dadurch viele Menschen dazu animieren konnten, sich bewusster mit der Nutzung des Autos in den nächsten Wochen auseinanderzusetzen", ist Kaplan Frank Schürkens zuversichtlich.

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