Die Räumdienste sind bereit. In Grefrath könnte es mit dem Salz eng werden. Nettetal warnt: Das Betreten der Seen ist verboten.

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Verschneit, aber ruhig lag am Freitag der Rittersitz Haus Velde in Schmalbroich-Wall. Das könnte sich am Samstag ändern– jedenfalls wenn Sturmtief Daisy übers Kempener Land fegt.

Verschneit, aber ruhig lag am Freitag der Rittersitz Haus Velde in Schmalbroich-Wall. Das könnte sich am Samstag ändern– jedenfalls wenn Sturmtief Daisy übers Kempener Land fegt.

Kurt Lübke

Verschneit, aber ruhig lag am Freitag der Rittersitz Haus Velde in Schmalbroich-Wall. Das könnte sich am Samstag ändern– jedenfalls wenn Sturmtief Daisy übers Kempener Land fegt.

Kempen/ Grefrath/ Nettetal. Vor dem großen Schnee, der für Samstag und Sonntag angesagt ist, herrscht bei den Winterdiensten Betriebsamkeit. "Sollten die Prognosen so eintreten, bitten wir die Bürger um Verständnis, dass die Mitarbeiter des Baubetriebshof nicht überall sein können", sagt Christoph Dellmans, Kempens Stadtsprecher.

Zuerst werden laut Prioritätenliste die Hauptstraßen geräumt. Wohngebiete sind erst zum Schluss dran. "Am besten ist, man macht sich ein gemütliches Wochenende im Kreise der Familie und genießt den Schnee bei einem Spaziergang."

"Ich lasse jetzt die Türe zu."

Modehändlerin am Studentenacker mit Blick auf die Kälte

Das würden sich auch die Einzelhändler wünschen - sie bekommen die Auswirkungen der Kälte hart zu spüren: Die Kunden bleiben weg. Und in den oft schlecht isolierten Altbauten der denkmalgeschützen Altstadt frieren die Verkäufer.

"Ich lasse jetzt die Türe zu, die ich normalerweise offen habe", sagt eine Modehändlerin am Studentenacker. Sie hat die Heizung hochgedreht, damit ihre Kunden sich auch trauen, ihre vielen Kleidungsschichten in den Kabinen abzulegen.

Die Stadt Kempen hat vorgesorgt. Zwischen den Feiertagen hatte Bauhofleiter Klaus Staschok Salz bestellt. Mit 190 Tonnen ist Kempen gerüstet- die Silos sind voll. Zudem hat die Stadt zwei Räumschilder gekauft, die an Kleinwagen angebracht werden und einen zweiten Lader angemietet, der die Fahrzeuge mit Salz befüllt. "Außerdem haben wir jede Menge Handschieber gekauft." 55 Mitarbeiter sind bereit.

Für Obdachlose ist in Kempen die Wärmestube an der Kleinbahnstraße 14 am Wochenende durchgängig geöffnet.

In Kaldenkirchen gibt es Plätze in der Obdachlosenunterkunft an der Breslauer Straße 1-5 und in Breyell Schmaxbruch 42a. Von 88 Plätzen sind 27 frei.

Da die Streudienste der Seenstadt in den vergangenen Tagen Probleme hatten, an parkenden Fahrzeugen vorbei zu kommen, hat die Stadt vorübergehend Halteverbote eingerichtet.

In Hinsbeck sind die Bergstraße, Hombergen, Wingesberg, Auf der Schomm, Stauffenbergstraße, Ansemsstraße und im Stadtteil Lobberich die Florastraße betroffen. Dort dürfen während der Räumarbeiten keine Fahrzeuge abgestellt werden.

Die Straßen werden von der Stadt Nettetal kontrolliert. Sobald die Winterdienste nicht mehr im Einsatz sind, sind die Verbote aufgehoben.

In Grefrath sieht es weniger rosig aus: Die Salzvorräte neigen sich dem Ende zu, die nächste Lieferung wird Ende Januar erwartet. "Salz ist kostbar wie Goldstaub", sagt Bauamtsleiter Michael Räppel. Die Gemeinde hat noch eine Tonne Salz und 30 Tonnen Lava-Granulat gehamstert - doch lange hält auch das nicht vor.

"Im Zweifelsfall haben wir aber die Möglichkeit, Splitt zu bekommen." Wegen der beschränkten Lagerkapazität kann nicht mehr Streugut untergebracht werden.

Mit mechanischen Mitteln will die Gemeinde den Schneemassen zuleibe rücken: "Wir werden vermutlich laufend räumen, aber erst dann salzen, wenn der Schneefall ein Ende hat."

Zudem bietet das Rote Kreuz Senioren und Hilfsbedürftigen an, gegen eine Spende Schnee zu schippen. "Die älteren Leute müssen ja ihrer Pflicht nachkommen, aber wie sollen sie es machen? Da helfen wir gerne", sagt DRK-Jugendleiter Bastian Siebrandt. Unter Tel.0174/ 6535665 sind 20 Freiwillige im Einsatz.

In Nettetal hat der Baubetriebshof die einsatzbereiten Mitarbeiter von 14 auf 28 verdoppelt. Streugut ist ausreichend vorhanden, mit 30 Tonnen Salz, 100 Tonnen Granulat und jeder Menge Splitt ist man gut aufgestellt.

"Die Mengen reichen, wir werden maximal 15 Tonnen Salz - nur noch an Gefahrenstellen - und je nach Wetter 60 Tonnen Granulat verstreuen", sagt Stadtsprecher Christoph Kamps. Er warnt davor, die Seen zu betreten. Auch wenn die Schneedecke hoch sein sollte: "Das Eis trägt noch lange nicht."

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