Die Anwohner der von-Loe-Straße haben bei starkem Regen Wasser im Keller stehen. Abhilfe ist nicht in Sicht. Der überlastete Kanal ist 76 Jahre alt.

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Willy Derpkens wappnet sich gegen den nächsten großen Regen: Der Anwohner der von-Loe-Straße hat Säcke mit Sand gefüllt und stapelt sie auf seiner Kellertreppe. Auf den städtischen Kanal ist längst kein Verlass mehr.

Willy Derpkens wappnet sich gegen den nächsten großen Regen: Der Anwohner der von-Loe-Straße hat Säcke mit Sand gefüllt und stapelt sie auf seiner Kellertreppe. Auf den städtischen Kanal ist längst kein Verlass mehr.

Friedhelm Reimann

Willy Derpkens wappnet sich gegen den nächsten großen Regen: Der Anwohner der von-Loe-Straße hat Säcke mit Sand gefüllt und stapelt sie auf seiner Kellertreppe. Auf den städtischen Kanal ist längst kein Verlass mehr.

Kempen. Noch immer stehen alle Kellerfenster offen, noch immer riecht es feucht und modrig. Und noch immer sind nicht alle Schäden beseitigt, die das Wasser angerichtet hat. Zwei Mal war es innerhalb eines Monats in den Keller des Hauses von Familie Derpkens eingedrungen, nachdem die komplette von-Loe-Straße überflutet war.

"Wie ein Gebirgsbach ist das hier reingeschossen", sagt Willy Derpkens und zeigt auf ein Kellerfenster. Hier sei die Stadt gefordert, endlich was zu tun, findet er. Zwar wurde gerade auf einem kleinen Teilstück der von-Loe-Straße der Kanal erneuert, aber nur vom Burgring bis zur Siegfriedstraße.

Seit Jahren würden die Anwohner der hinteren von-Loe-Straße vertröstet. Immer wieder hieß es, der Kanal werde nun erneuert. Passiert sei jedoch bisher nichts. Willy Derpkens will nicht länger warten und greift zur Selbsthilfe. "Ich habe begonnen, Sandsäcke zu füllen. Die kann ich im Notfall vor die Kellerfenster und den Kellerabgang stellen, um die Wassermassen abzuhalten."

Gegenüber von Willy Derpkens wohnt Renate Walter-Hutchence. Auch bei ihr stand das Wasser im Keller wadenhoch. "Ich verstehe absolut nicht, warum bei uns nichts gemacht wird", sagt sie. Wie hoch der Schaden ist, den das Wasser in ihrem Keller angerichtet hat, kann sie noch gar nicht sagen. "Aber bei mir sind die Türen aufgequollen und ich musste so viel von dem wegwerfen, was ich im Keller gelagert hatte", sagt sie.

"Noch immer ist der eklige Geruch nicht ganz raus aus dem Keller."

Renate Walter-Hutchence, Anwohnerin von-Loe-Straße

Da sie kein Rückschlagventil an ihrem Anschluss hat, schloss bei ihr das Abwasser aus dem Abfluss in der Waschküche. "Wie ein Springbrunnen. Allerdings braune stinkende Brühe. Noch immer ist der eklige Geruch nicht ganz raus." Sie fordert die Stadt auf, "endlich zu handeln."

Aus dem Tiefbauamt hieß es am Dienstag , dass man das Problem an der von-Loe-Straße kenne. "Wir sind gerade dabei, einen General-Entwässerungsplan aufzustellen. In dem nehmen wir dann das ganze Stadtgebiet unter die Lupe, um eine Prioritätenliste aufzustellen, wo wir zuerst etwas verändern müssen", sagt Werner van Kempen aus dem Rathaus. Er schätzt, dass der Plan etwa Mitte des kommenden Jahres fertig ist.

Für die Anwohner an der von-Loe-Straße ist damit eine schnelle Lösung nicht in Sicht. Der Kanal ist von 1936 und hat einen Durchmesser von 50 Zentimetern. Der neue, der im Teilbereich der von-Loe-Straße verlegt wurde, hat 70 Zentimeter. "Das hilft bei normalem Regen, aber gegen solch sintflutartigen Wassermassen wie zuletzt, ist auch dieser Kanal machtlos", sagt Stadt-Bediensteter van Kempen.

"Aber das wäre doch schon mal eine Hilfe, denn dann steht nicht bei jedem stärkeren Regen das Wasser in unserem Keller", sagt Renate Walter-Hutchence.

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