Der Kempener Hautarzt Klaus Gerecht zeigt Flagge.

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Neujahr flaggt Klaus Gerecht mit seiner Familie vor seiner Villa natürlich das Kempener Stadtwappen mit den Thomasstadt-Farben Blau und Rot.

Neujahr flaggt Klaus Gerecht mit seiner Familie vor seiner Villa natürlich das Kempener Stadtwappen mit den Thomasstadt-Farben Blau und Rot.

Friedhelm Reimann

Neujahr flaggt Klaus Gerecht mit seiner Familie vor seiner Villa natürlich das Kempener Stadtwappen mit den Thomasstadt-Farben Blau und Rot.

Kempen. Deutschland, Amerika, England - die Landesflaggen dieser Staaten und noch einige andere kann man in einer Kempener Villa nahe Thomaeum und Martin-Schule bewundern. Der Kempener Hautarzt Klaus Gerecht zog mit seiner Familie im Sommer dort ein. Zuvor hatte er die Villa von der Familie Horten übernommen und sanieren lassen.

Vor dem Schmuckstück, Am Gymnasium 30, und auch an der Praxis des Dermatologen, St.Huberter Straße 25, wehen seither Banner im Wind. "Ich nutze die Flaggen, um Zeichen zu setzen. Und zwar um sehr Unterschiedliches auszudrücken," sagt Klaus Gerecht.

"An St.Martin habe ich die Kempener Flagge rausgehängt."

Zum Beispiel kann die Fahne auf einen Nationalfeiertag in einem bestimmten Land hinweisen. Am 4.Juli hing so die Amerikanische vor der Villa, um an den Unabhängigkeitstag zu erinnern. "An St.Martin habe ich die Kempener Flagge rausgehängt. St.Martin ist ja hier schon fast ein Feiertag."

Die Fahnen bezieht Klaus Gerecht von einem Händler in Heidenheim. Nur die Stadtfahne von Kempen hat er in St.Tönis speziell anfertigen lassen.

Ein anderer Grund für das Panier kann die Begrüßung von Freunden des Mediziners sein. "Kürzlich hatte ich Besuch aus England. Also habe ich die weiße Flagge mit dem roten Kreuz darauf gehisst. So heiße ich meine Freunde willkommen," sagt Gerecht.

Flaggen dienen zur Signalisierung einer Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft. So war zum gestrigen Neujahrstag auf der Burg die NRW-Fahne gehisst. Flaggen transportieren ferner Informationen, beispielsweise im Trauerfall.

Das Wort Flagge kam um 1600 aus dem Niederdeutschen ins Hochdeutsche. Es leitet sich von dem Englischen "flag" ab, was "schlaff hängen" bedeutet. Außerdem ist es mit dem altnordischen Wort "flagra" verbunden. Dies heißt "flattern".

Eine Flagge ist im Normalfall rund 1,50 Meter breit und etwa vier Meter lang. Sie besteht in der Regel aus Synthetic.

Gebaut wurde die Villa, Am Gymnasium 30, 1939 von der Kempener Familie Buckenhüskes. Anfang der 1950er kauften die Eheleute Karl und Sofie Horten (Metzgerei Horten, Peterstraße) das Haus. Zuletzt bewohnte Sofie Horten bis zu ihren Tod 2005 das Gebäude. Die Villa verfügt über eine Wohnfläche von 245Quadratmetern. Klaus Gerecht beauftrage die Brüggener Baufirma Mandel im Herbst 2006 mit der Renovierung. Dank der Spezialisten fürs Austrocknen und eine innovative Isolierung von alten Gebäuden behielt das Haus seinen Charme.

Ein drittes Kriterium können die Vorlieben des Arztes sein. "Oft zeige ich damit meine Lieblingsländer oder Reiseziele, die ich mag. Dazu gehören zum Beispiel Alaska oder Laos."

Mittlerweile ist die Gerecht-Sammlung beträchtlich. Er hat zwei Dutzend Fahnen zu Hause. "Ich bin früher weltweit viel gereist und kenne daher viele Menschen. Und von meinen bevorzugten Reisezielen habe ich die Nationalflaggen sowieso als Andenken. Ich habe sogar eine Piratenflagge aus Korsika mitgebracht. Die Kinder freuen sich immer, wenn sie dann an unserem Haus vorbeigehen," sagt der Kempener.

Klaus Gerecht sieht die Fahnen außerdem als einen Beitrag zur Allgemeinbildung und zur Aufhellung des Alltags. "Mich fragen häufig Leute, welche Fahne ich gehisst habe und von welchem Land sie ist." Nur die Flagge an der Praxis hat eine andere Funktion: " Die nutze ich als Wegweiser zu meiner Praxis. Sie wird auch nur selten ausgewechselt."

So darf man nun also gespannt sein, welche Fahnen als nächstes vor der Villa gehisst werden. Das Aufhängen übernimmt Klaus Gerecht höchstpersönlich: "Ich mache das so, wie ich Zeit und Lust habe. Wenn allerdings Besuch ansteht oder ein Feiertag, dann achte ich darauf, dass ich pünktlich bin. Es wäre schließlich unangemessen, wenn ich die amerikanische Flagge anlässlich des Independence Days erst am 20.Juli anstatt am 4.Juli aufhängen würde."

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