Gut 100 Menschen kamen am Dienstag zum Gedenkstein der ehemaligen Synagoge.

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Ari Nabrings sprach am Dienstag am Gedenkstein der ehemaligen Synagoge in Kempen.

Ari Nabrings sprach am Dienstag am Gedenkstein der ehemaligen Synagoge in Kempen.

Kurt Lübke

Ari Nabrings sprach am Dienstag am Gedenkstein der ehemaligen Synagoge in Kempen.

Kempen. "Wir wollen nicht vergessen, dass Kempener Juden während des Dritten Reiches drangsaliert, verfolgt, vertrieben und ermordet wurden. Wir kennen ihre Namen und ihre leidvolle Geschichte", sagte Ari Nabrings.

Er war der Einladung des Kempener Geschichts- und Musikvereins gefolgt, der seit 2004 die Gedenkstunde am Jahrestag des Synagogenbrandes am Mahnmal an der Umstraße im Namen der Stadt organisiert. Etwa 100 Menschen waren am Dienstagabend trotz des Regens gekommen.

Ari Nabrings: "Erinnerung nicht aus historischer Distanz wahrnehmen"

Nabrings, Leiter des Rheinischen Archiv- und Museumsamtes beim Landschaftsverband Rheinland und früherer Viersener Stadtarchivar, ging der Frage nach, warum es auch heute wichtig ist, an die Ereignisse der Nazi-Zeit zu gedenken. Die Erinnerung dürfe nicht aus historischer Distanz wahr genommen werden, damit "verbannen wir die Verbrechen der Nationalsozialisten aus unserem Leben".

Als am 10. November 1938 das jüdische Gebetshaus angezündet worden sei, seien Kempener an dem Verbrechen beteiligt gewesen - inklusive zahlreicher Zuschauer. Nabrings: "Wir selber werden an dem Gedenktag vor die Frage gestellt, ob wir anders gehandelt hätten." Denn die Nazis seien "ganz normale Bürger gewesen. Wir ahnen vielleicht, dass wir es selbst hätten sein können."

Für den passenden musikalischen Rahmen sorgten Ludger Damm und Georg Derks mit Akkordeon und Saxophon.

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