Mit der Villa Basels beschreitet die Stadt Neuland. Das Ziel: Weg vom Heim. Der ältere Mensch soll im häuslichen Umfeld bleiben.

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Sie sahen sich schon mal die erste Musterwohnung an (v.l.): Petra Sdunek, Birgit Pegels-Rüthing, Hans Ferber und Karl Hensel.

Sie sahen sich schon mal die erste Musterwohnung an (v.l.): Petra Sdunek, Birgit Pegels-Rüthing, Hans Ferber und Karl Hensel.

Sie sahen sich schon mal die erste Musterwohnung an (v.l.): Petra Sdunek, Birgit Pegels-Rüthing, Hans Ferber und Karl Hensel.

Kempen. 20 Einzel-Appartments für Senioren auf drei Etagen- das ist das Ergebnis der Baumaßnahmen an der St.Peter Allee 32. Noch wird kräftig gearbeitet, aber ab Juni sollen die Bauarbeiter weg sein.

Ab September können die ersten Senioren in die Villa Basels einen Steinwurf vom St.Peter-Stift einziehen. "Wir haben 19 Einzel-Appartments und eins für ein Ehepaar. Alle haben jeweils ein Bad und eine Küchenzeile. Für die restliche Einrichtung sind die Mieter selbst verantwortlich", sagt Petra Sdunek, die Kempener Sozialamtsleiterin. "Noch sind Wohnungen frei."

"Statistiken zufolge fehlen in 15 Jahren 350 Pflegeplätze in Kempen."

Karl Hensel, Bürgermeister

Das Besondere an den Miet-Wohnungen ist, dass sie nicht nur alten- und rollstuhlgerecht sind, sondern dass sie mit einer Alltags-Assistenz kombiniert werden können. Alltags-Assistenz: Das sind Frauen, die den Senior unterstützen, beispielsweise auch Ausflüge unternehmen oder sich um die Gemeinschaft kümmern. "Das Ziel ist es, alten Menschen solange wie möglich ein eigenverantwortliches und selbstständiges Leben zu ermöglichen," sagt Petra Sdunek.

"Wir möchten den Menschen eine Möglichkeit bieten, die sich im Alltag alleine nicht mehr gut zurecht finden. Sie müssen nicht zwangsläufig ins Altenheim. Die Alltags-Assistenz soll unterstützen, Impulse geben und zur Seite stehen ", sagt Bürgermeister Karl Hensel.

Was die Stadt gestern bei der Vorstellung deutlich machte: In Kempen ist das eine ganz neue Art zu wohnen. Eine Mischung aus Betreuung und Selbstständigkeit.

Die Bewohner können sich auch mal zurückziehen

"Man kann es sich ein wenig wie Gemeinschaftswohnen vorstellen. Es sind Räume für ein gemeinsames Essen oder Beisammensein vorhanden", sagt Altenfachberaterin Birgit Pegels-Rüthing. Aber es gebe auch für jeden Bewohner eine Rückzugsmöglichkeit. Zudem teilten sich die Bewohner auf jeder Etage einen Hauswirtschaftsraum.

Die Villa ist nicht nur betuchten Senioren vorbehalten

Bürgermeister Karl Hensel blickt in die Zukunft. "Wir brauchen solche Einrichtungen. Statistiken zufolge fehlen in 15Jahren 350 Pflegeplätze in Kempen. Wir wollen dem jetzt schon entgegen wirken."

Hensel macht auch deutlich, dass 14 der Wohnungen vom Sozialamt gefördert werden- nicht nur Wohlbetuchte können sich also einen Platz leisten. Außerdem, so betont der Bürgermeister, liegt die Anlage günstig. "Wir befinden uns hier in unmittelbarer Nähe zum St.Peter-Stift. Dann ist der Schritt in die Pflegebetreuung nicht mehr so groß."

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