Vom Büro in der Burg aus steuert der Kulturraum Niederrhein seine Arbeit.

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Bei der Arbeit von Geschäftsführerin Ingrid Misterek-Plagge (l.) und Pressereferentin Anja Johannsen steht momentan die Muziek Biennale im Mittelpunkt.

Bei der Arbeit von Geschäftsführerin Ingrid Misterek-Plagge (l.) und Pressereferentin Anja Johannsen steht momentan die Muziek Biennale im Mittelpunkt.

Kurt Lübke

Bei der Arbeit von Geschäftsführerin Ingrid Misterek-Plagge (l.) und Pressereferentin Anja Johannsen steht momentan die Muziek Biennale im Mittelpunkt.

Kempen. Im Gespräch mit Ingrid Misterek-Plagge wird schnell deutlich: Diese Frau fühlt sich in Kempen wohl. "Für meine Arbeit ist Kempen der ideale Ort. In dieser Stadt pulsiert das kulturelle Leben", sagt die gebürtige Krefelderin.

Seit Juni lenkt die Geschäftsführerin von der Burg aus die Geschicke des Kulturraums Niederrhein. Der Verein, dem mehr als 30 Städte, Gemeinden, Kreise und Institutionen angehören, fungiert als Dachorganisation für die Kultur in der Region.

"Kempen ist eine kulturelle Modellstadt."

Ingrid Misterek-Plagge, Geschäftsführerin des Kulturraums Niederrhein

"Kempen ist eine kulturelle Modellstadt", sagt Misterek-Plagge. "Das Engagement von Bürgern, Unternehmern und der Stadt sorgt dafür, dass hier Gäste aus der internationalen Spitzenkultur gastieren."

Bei der Bündelung dieses Engagements siedelt sie die Arbeit des Kulturraums an - als Netzwerk. "Dabei geht es darum, Alltags- und Spitzenkultur zu verbinden." Private Institutionen wie zum Beispiel Heimatvereine seien die "Leistungsträger der Kultur".

Ganz wichtig sei Misterek-Plagge und den drei freien Mitarbeitern, die ihr zur Seite stehen, die Zusammenführung des kulturellen Angebots mit der Region: "Wir sind mit dem Niederrhein verwurzelt. Die Kultur muss zur ländlichen Region passen und sich mit den Menschen identifizieren."

Der Kulturraum Niederrhein wurde 1992 gegründet. Mitglieder sind 30 Städte und Gemeinden sowie vier Kreise. Vorsitzender ist der Nettetaler CDU-Landtagsabgeordnete Christian Weisbrich.

Der Verein war bis Juni in Moers, Am Kastell5, untergebracht. Dort wird umgebaut, deshalb wurde der Umzug notwendig. Als Inhaber der Burg bot der Kreis Viersen die Räumlichkeiten im zweiten Stock an der Thomasstraße 20 an. Dort bleibt das Büro jetzt dauerhaft.

Die Veranstaltungen in Kempen sind:

5. September: Um 16 Uhr beginnt in der Scheune des Erprathshofes, Erprathsweg 11, in Tönisberg die Veranstaltung "Mythos Rossini - Sünden des Alters". Dem Werkzyklus des italienischen Komponisten Gioacchino Rossini aus dem Jahre 1857 widmet sich Pianist Stefan Irmer. Dazu gibt es Texte, Briefe und Anekdoten - vorgetragen von Schauspieler Wichart von Roëll. Viktor Furth, Erprathshof-Hausherr und Wirt des Krefelder Nordbahnhofes, sorgt in der Scheune für italienische Köstlichkeiten. Schließlich galt Rossinis Leidenschaft auch der Küche.

18. September: In der Paterskirche, Burgstraße 19, gibt es ab 20 Uhr Kammermusik mit dem Ensemble bach, blech & blues.

6. Oktober: "Far East Revisted - Eine Hommage an Jazzlegende Duke Ellington". Darauf können sich die Besucher der Paterskirche ab 20 Uhr freuen.

30. Oktober: Ab 20 Uhr heißt es in der Paterskirche "David gegen Goliath". Mit Orgel- und Cembalomusik sowie Texten werden Johann Kuhnaus "biblische Sonaten vorgetragen."

Karten: Tickets für die Kempener Veranstaltungen gibt es im Kulturforum, Burgstraße 19, Tel. 02152/917264, E-Mail: kartenverkauf@kempen.de

Nur so könne man erfolgreiche Programme gestalten, die nicht abgehoben sind. "Was nutzt ein hochwertiger Künstler, wenn keiner zur Ausstellung geht?", fragt die Geschäftsführerin.

Koordination der Muziek Biennale steht derzeit im Fokus

Derzeit dreht sich in der zweiten Etage der Burg alles um die Koordination der zweiten Muziek Biennale, die am 28. August beginnt. Dabei werden grenzübergreifend die Regionen Niederrhein, Nord-Limburg und Süd-Gelderland verbunden.

Konzerte und Lesungen von Künstlern aus Deutschland und den Niederlanden widmen sich dem Thema "Legenden". "Die Rhein-Maas-Region steckt voller Mythen und Legenden. Das soll bei der Biennale in Sprache und Musik zum Ausdruck kommen."

Dies- und jenseits der Grenze steuern viele Städte Veranstaltungen zum Programm bei - unter anderem sind Viersen, Geldern, Venlo und Krefeld dabei. Auch Kempen ist mit vier Veranstaltungen vertreten (siehe Kasten: Muziek Biennale).

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