Ein junger Mann hatte 2008 in der Wohnung seiner Ex-Freundin Feuer gelegt. Dafür wurde er jetzt verurteilt.

Krefeld/Kempen. Eine Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typus bescheinigten sowohl die Ärztin für Psychiatrie als auch der psychologische Gutachter dem 22-jährigen Marcel F. der sich vor der 1. großen Strafkammer als Jugendkammer in Krefeld verantworten musste.

Staatsanwältin entschied sich für das Jugendstrafrecht

Im November 2008 hatte Marcel F. Feuer in der Wohnung seiner Ex-Freundin an der Mülhauser Straße gelegt, sich aber vorher durch eine Klingel- Tour vergewissert, dass niemand im Haus war. Später stellte er sich selbst der Polizei und deckte dabei einige andere Straftaten wie Sachbeschädigung und Diebstahl auf. Das brachte ihm, trotz einer nicht gerade günstigen Prognose des Gutachters - Alkoholmissbrauch und "er ist ein klassischer Wackel-Kandidat" - Pluspunkte ein.

Die Staatsanwältin entschied sich nämlich für das Jugend- statt Erwachsenenstrafrecht. Als positiv bewertete sie seine "Aufklärungsarbeit". Zu Buche schlug auch seine verminderte Steuerungsfähigkeit. Allerdings hätte er erheblichen materiellen Schaden angerichtet.

Sie plädierte für drei Jahre und sechs Monate ohne Bewährung. Zunächst soll Marcel F. jedoch in einer Psychiatrie untergebracht werden. Auch sein Anwalt wollte das Jugendstrafrecht angewendet wissen. Er beantragte zwei Jahre mit Bewährung, allerdings mit detaillierten Auflagen.

So milde fiel das Urteil dann doch nicht aus. Marcel F. muss nach dem Maßregelvollzug drei Jahre ohne Bewährung hinter Gitter. Bei seiner neuen Freundin flossen im Zuschauerraum die Tränen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer