Kreishaus: Die Martinushilfe hat immer noch keine neue Bleibe. Initiator Dieter Sandmann will aber kämpfen.

wza_1500x860_778039.jpeg
Dieter Sandmann und die anderen Helfer betreiben auch eine Kleiderkammer.

Dieter Sandmann und die anderen Helfer betreiben auch eine Kleiderkammer.

Reimann

Dieter Sandmann und die anderen Helfer betreiben auch eine Kleiderkammer.

Kempen. Es ist kalt - draußen wie drinnen. Dieter Sandmann trägt Jacke, wie einige seiner Mitarbeiter. Und das hat zwei Gründe: Zum einen sollen die Lebensmittel gekühlt werden und haltbar bleiben, zum anderen die Nebenkosten so gering wie möglich gehalten werden. Denn die Kempener Tafel braucht ihr Geld für andere Dinge.

Etwa 250 Familien werden von der Tafel versorgt

"Wir versorgen etwa 250 Familien mit Lebensmitteln und Kleidung", sagt Sandmann von der Martinus-Hilfe, die die Kempener Tafel betreibt. Er war 2002 Initiator der Einrichtung. Jeder, der eine Bescheinigung der Arge vorweisen kann, darf einmal pro Woche zur Ausgabe im alten Kreishaus kommen und erhält für 2,50 bis fünf Euro Lebensmittel wie Gemüse, Obst und Backwaren.

Dazu hat er die Gelegenheit, für kleines Geld, Geschirr, Kleidung, Spiele oder Dekoration zu erwerben. "Mit dem Verkauf von gespendeten Sachen finanzieren wir uns auch", sagt Sandmann. Der 72-Jährige kalkuliert mit 1000Euro Nebenkosten monatlich. Dazu zählen die Kosten für drei Autos, Strom, Wasser, Heizung. Die Räume an der Orsaystraße3 sind mietfrei.

Doch wie lange kann die Tafel noch an dieser Stelle bleiben, wenn das alte Kreishaus dem geplanten Klosterhof weichen muss? "Wenn wir dann keine neuen Räume haben, machen wir entweder ein großes bayerisches Fest im Zelt ", scherzt Sandmann und wird dann ernst: "Oder wir müssen auf die Straße gehen und protestieren." Aber aufgeben gehört nicht zum Wortschatz den Kempeners. Und so plant er mit seiner Mannschaft weiter.

Weihnachtsaktion: Pakete mit Schulsachen und Süßigkeiten

Dazu gehört die Aktion Weihnachtspakete für Kinder. "Neben warmen Sachen und Süßigkeiten können auch Dinge für die Schule oder Spiele darin sein." Er bittet darum, die Pakete nur lose zu verpacken. Denn bevor sie weiter verschenkt werden, wird noch ein Blick auf den Inhalt geworfen und passend dazu ein Kind ausgesucht.

"Die Zusammenarbeit mit Kempener Discountern läuft gut", sagt Dieter Sandmann. Brot gebe es reichlich, Milchprodukte müssten hinzu gekauft werden. Sorge bereitet ihm, dass ab 2011 die Discounter von ihren Zentralen generell mit weniger Frischwaren beliefert werden, so dass weniger Lebensmittel für die Tafel übrig bleiben werden.

Die Tafel sucht eine Bleibe mit etwa 150Quadratmetern. Sandmann: "Wir brauchen den Raum nicht nur für die Verteilung der Waren, sondern auch fürs Lagern, da wir Kühlschränke und Tiefkühltruhen haben." Idealerweise sollte das Gebäude zentral liegen. Ein simpler Lagerraum, so Sandmann, könnte problematisch sein, da "wir hygienische Standards" erfüllen müssen.

Die Tafel freut sich über gut erhaltene Sachen und Geldspenden. Interessenten wenden sich an Dieter Sandmann, Tel.02152/14190.

Ein weiterer großer Wunsch Sandmanns ist, einigen Kindern und ihren Eltern Urlaub zu ermöglichen. "Wir haben Familien, die dringend einmal aus ihren vier Wänden müssen, wo die Kinder in den Ferien immer zuhause sind." Er träumt für seine Schützlinge von Tagen an der See, in Süddeutschland oder im Sauerland.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer