Dino Tonel trägt die Verantwortung für zwei große Gastro-Betriebe an Kempens schönstem Platz. Der Italiener ist ein Fan der Altstadt.

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Immer ein Lachen parat: Dino Tonel, der ab sofort sowohl Chef des Eiscafé Brustolon als auch des Bistro Falko ist.

Immer ein Lachen parat: Dino Tonel, der ab sofort sowohl Chef des Eiscafé Brustolon als auch des Bistro Falko ist.

Friedhelm Reimann

Immer ein Lachen parat: Dino Tonel, der ab sofort sowohl Chef des Eiscafé Brustolon als auch des Bistro Falko ist.

Kempen. Am Freitag hat Dino Tonel nach ein paar Umbautagen das Bistro Falko am Buttermarkt 17 a eröffnet. Bereits seit neun Jahren betreibt der Gastronom das Eiscafé Brustolon drei Häuser weiter. Damit könnte man den 38-Jährigen getrost als "Herr vom Buttermarkt" bezeichnen.

Doch wer ist dieser Dino Tonel, der eine der tragenden Säulen der Altstadt-Gastronomie an deren prominentester Stelle geworden ist? "Schreib nicht so viel über mich!", winkt der Italiener ab, dessen Augen stets dunkel funkeln. Für einen Südländer ist er erstaunlich reserviert. Doch wenn Dino erst mal auftaut, ist man bass erstaunt, was er so alles treibt.

"Kempen mit seinem alten Kern erinnert mich stark an meine Heimat."

Dino Tonel, Gastronom

Die Anfänge liegen in Oderzo in der Nähe von Venedig. Allerdings gehört dieses Städtchen römischen Ursprungs schon zur Provinz Treviso. "Kempen mit seinem alten Kern erinnert mich stark an meine Heimat, deshalb fühle ich mich hier vielleicht so wohl", begründet Dino Tonel, warum er künftig auf die üblichen zwei Monate Winter-Auszeit in Italien verzichten möchte und sich ganz dem Kempener Leben hingeben will.

Als ältester von drei Brüdern kommt Dino Tonel in Oderzo zur Welt. Der Vater hat eine Baufirma. Die gastronomische Veranlagung hat er von der Mutter geerbt, die sich viel mit Hotels, Restaurants und Campingplätzen beschäftigt hat. Nach der Schule lernt Dino Buchhalter, arbeitet zunächst eine Zeitlang in diesem Beruf. Statt den obligatorischen Wehrdienst zu leisten, meldet er sich für zwei Jahre bei der Polizei und geht als Carabinieri auf Streife.

Doch bereits mit 21 jucken die Gene: Am Buchhalter-Schreibtisch hat er viel mit Deutsch zu tun, diese Sprache will er vertiefen. Da ein Cousin in Hannover ein Café betreibt, heuert er dort für einen Sommer an: "Da war ich der Cappuccino-Schlepper." Anders als viele seiner Landsleute wird Dino sofort warm mit der deutschen Mentalität und beschließt: Hier bleibe ich. Aus dem Gastspiel in Hannover werden schließlich zehn Jahre an der Leine.

Über den Umweg Krefeld geht’s von Hannover nach Kempen

Der Sprung von Niedersachsen an den Niederrhein kommt über einen Kontakt zu einem Bekannten im Krefelder Schwanenmarkt zustande. Auf der Krefelder Straßenmodenschau findet Dino schnell Geschmack an der lockeren niederrheinischen Luft. Wiederum über Bekannte erfährt der Mann aus Oderzo, dass Brustolon-Vorgänger Bruno dalla Torre Kempen verlassen will: Zuschlag! Ab September 2000 wird bei Brustolon aus Torre Tonel.

Dinos Bruder Eduardo ist zum Brustolon-Team gestoßen

Und so ist der Eis-Dino mittlerweile genau so lange in Kempen wie in Hannover und fühlt sich in seiner teutonischen Wahlheimat sehr wohl. Sein Bruder Eduardo(20) ist mittlerweile zum Brustolon-Team gestoßen; der mittlere Bruder arbeitet in Italien als Bankdirektor.

Die Altstadt genießt Dino in vollen Zügen- schließlich wohnt er über dem Brustolon mit Blick auf die GrandePlace. In Hannover betreibt er noch mit einem Kumpel eine Markthalle mit bayerischen Spezialitäten. Doch der Schwerpunkt, versichert er, sind Brustolon und Falko.

Da bleibt wenig Freizeit. Die verbringt der Junggeselle am liebsten auf seiner 850 ccm starken Honda VFR. Besuche auf dem Golfplatz oder ein Segeltörn auf dem Ijsselmeer sind selten geworden. Dafür trainiert Dino jetzt fleißig für den Altstadtlauf am 23. August. Im Comix-Team hat er sich gleich für die längste Strecke angemeldet: 10 Kilometer. Ein echter Dino halt.

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