Die Einrichtung im Kempener Haus Wiesengrund besteht nun seit 15Jahren. Etwa 14 Besucher kommen täglich, um wieder Normalität zu erleben.

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Regelmäßig unternehmen die Gäste der Tagespflege des Caritasverbandes Spaziergänge in der Umgebung.

Regelmäßig unternehmen die Gäste der Tagespflege des Caritasverbandes Spaziergänge in der Umgebung.

Caritas

Regelmäßig unternehmen die Gäste der Tagespflege des Caritasverbandes Spaziergänge in der Umgebung.

Kempen. Vor ein paar Monaten hat Elsa Schneider das Dutzend voll gemacht: Seit zwölf Jahren besucht sie die Tagespflege des Caritasverbandes für die Region Kempen-Viersen im Haus Wiesengrund. Die nach einem Schlaganfall halbseitig gelähmte Seniorin hat fast die gesamte Entwicklung der Tagespflege miterlebt, die ihr 15-jähriges Bestehen feiert.

"Hier fühle ich mich wohl, weil mir die Mitarbeiter beistehen."

Elsa Schneider, Seniorin

Die Wochentage, an denen Elsa Schneider in den vergangenen Jahren nicht in der Tagespflege war, lassen sich an den Fingern abzählen. "Hier fühle ich mich wohl, weil mir die Mitarbeiter beistehen", erzählt die 72-Jährige, die Mitte der 90er Jahre aus Kasachstan nach St.Hubert kam. Gerade hat sie mit anderen Gästen gewürfelt, später wird sie mit Hilfe einer Mitarbeiterin ein Bad nehmen.

Elsa Schneider lebt alleine und sitzt im Rollstuhl. Gäbe es die Tagespflege nicht, müsste sie in ein Altenheim ziehen. Schon als der Caritasverband die Einrichtung 1994 eröffnete, hatte er ältere Menschen im Blick, die nicht den ganzen Tag alleine zu Hause bleiben können oder wollen.

Heute sind die meisten der täglich etwa 14 Besucher dement. Die Gäste werden morgens gebracht und verbringen den Tag mit Aktivitäten. Qualifizierte Fachkräfte betreuen sie. Abends und nachts übernehmen Angehörige die Pflege zu Hause. "Demenzkranke können nicht erzählen, was sie tagsüber bei uns erlebt haben", sagt Tagespflege-Leiterin Ursula Delschen, "aber man sieht, ob sie mit einem glücklichen Gesicht nach Hause kommen. Dafür arbeiten wir."

Mitarbeiter der Tagespflege müssen die Lebensgeschichte jedes Gastes kennen

Sie nennt als Beispiel eine 82-jährige Kempenerin, die auf einem Bauernhof aufgewachsen ist. "Für sie ist es die größte Freude, wenn sie Laub kehren, Wäsche falten oder bei den Essensvorbereitungen helfen kann", erzählt Ursula Delschen. Um solche Vorlieben berücksichtigen zu können, müssen die Mitarbeiter der Tagespflege die Lebensgeschichte jedes Gastes kennen.

Der Caritasverband Kempen-Viersen unterhält 32 Dienste und Einrichtungen im Kreis Viersen.

Dazu gehören u.a. sechs Caritas-Pflegestationen, ein ambulanter Palliativpflegerischer Dienst, drei Altenheime, zwei Tagespflegen, ein Fachseminar für Altenpflege, zwei integrative Familienzentren, ein Freiwilligen-Zentrum, die Schuldner- und Insolvenzberatung und die Familienpflege.

Acht Mitarbeiter gehören zum Team der Tagespflege, darunter zwei Krankenschwestern, eine Therapeutin und zwei Zivildienstleistende. Vor einiger Zeit wurde die Tagespflege neu möbliert und renoviert. Die Einrichtung wird gut angenommen, es gibt eine Warteliste.

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