Patricia Vohwinkel und Stephan Peters beeindrucken mit ihrem Programm „Gift und Galle“ im Quartier Latin.

wza_1500x1414_598167.jpeg
Einen schaurig-netten Nikolaus-Abend der ungewöhnlichen Art boten Patricia Vohwinkel und Stephan Peters am Sonntag in Kaldenkirchen.

Einen schaurig-netten Nikolaus-Abend der ungewöhnlichen Art boten Patricia Vohwinkel und Stephan Peters am Sonntag in Kaldenkirchen.

Kurt Lübke

Einen schaurig-netten Nikolaus-Abend der ungewöhnlichen Art boten Patricia Vohwinkel und Stephan Peters am Sonntag in Kaldenkirchen.

Kaldenkirchen. Ein frisches Blutgetränk gefällig? Bitte sehr: Man nehme drei Schlägertypen, die dummerweise Nikolaus Stephan und seine Dämon-Dogge überfallen, bringe ihre Leichen zur Hexe Patricia mit dem Blutkessel- und genieße hinterher das fertige Produkt in der Kaldenkirchener Kneipe Quartier Latin.

So geschehen am Sonntagabend beim etwas anderen Nikolaus-Abend unter dem Motto "Gift und Galle": Da servierte Patricia höchstpersönlich diese Drinks, während Stephan grinsend daneben stand. Und grinsten nicht auch die Schädel auf dem Tisch?

"Ich bin schön", sagte Patricia Vohwinkel. Zu recht: Schön, begehrenswert stand sie da in ihrem engen, blutroten Samtkleid, provozierte "diese angenehme Erregung". Fügte hinzu: "Und ich bin böse." Leider auch zu recht: Abgrundtief böse dieser Vamp mit dem Engelsgesicht, der unschuldige Frauen quält, in den Wahnsinn treibt, von "sadistischen Köstlichkeiten" schwärmt.

Eindringlich las, nein erzählte, ja spielte sie die makabre Geschichte "Agnes Dei" aus ihrem Buch "Nachblut - Blutnacht". Ein Erlebnis, sprachlich auf hohem Niveau, teils bewusst nostalgisch formuliert ("tumb") wie einst E.T.A. Hoffmann.

Die Zuhörer - nicht alle Tische in der liebevoll-unheimlich dekorierten Kneipe waren voll besetzt - starrten gebannt vor sich hin, zwischendurch zaghafte Blicke auf die schöne böse Frau vorm schwarzen Vorhang. Ein schaurig-netter, origineller literarisch-musikalischer Abend im Quartier Latin.

Melancholischer Jazz mit Uli Lindberg (Gitarre) und Jürgen Hütze (Saxophon). Stephan Peters, mit Hut und orangenem Schal geschmückt, ließ in den Geschichten aus seinem Buch "Aschermittwoch" den Horror, das blanke Entsetzen Gestalt annehmen.

Beschwor diese Nikolausnacht, in der drei Schläger ihr Blut für einen Drink ließen, den Patricia in der Pause servierte. Nein, nach Blut schmeckte der rote Trank nicht. Eher nach Bittermandeln. Aber hatte nicht Patricia eben noch vom Giftmord an einer Katze geschwärmt?

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer