Beim 7. Turnier im Kempener Burgpark kämpfen starke Frauen und Männer um Ruhm und Titel.

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Schweißtreibend und mit Handschuhen: Zwei Highlander rollen das Fass durch den Burgpark.

Schweißtreibend und mit Handschuhen: Zwei Highlander rollen das Fass durch den Burgpark.

So sieht Männerfreundschaft aus: Vorsitzender Manfred Mühlenhaus (l.) und Zeugwart Andreas Rütters scheiden aus dem aktiven Highlandersport aus.

Kurt Lübke, Bild 1 von 2

Schweißtreibend und mit Handschuhen: Zwei Highlander rollen das Fass durch den Burgpark.

Kempen. Diese Aussage kam überraschend: "Als Highlander brauchst Du Köpfchen", sagt Tristan Schmitz, der einen karierten Kilt trägt und mit seinem Team "Grupo Sicura" beim Mannschaftswettbewerb der Highland-Games am Samstag im Burgpark antrat.

Die sechs Kerle im Alter von 16 bis 25 Jahren stellten eines von 17 Männerteams, wobei der "hohe Akademiker-Anteil" für sie sehr wichtig schien: "Wir sind vom Körperbau für Highlander vielleicht eher unkonform, dafür aber geschickt, schnell und ganz stark, wenn es darauf ankommt", prophezeit Tristan.

400 Kilometer Fahrt, um an der Kempener Burg dabei zu sein

Seine Mannschaftskollegen sehen das ähnlich; für sie muss ein ganzer Kerl Durchhaltevermögen, Cleverness und gute Technik haben. Heinrich Müller ist für diese zwei Tage am Rande der Kempener Burg extra 400 Kilometer gefahren. Er unterstützte seine Tochter Ludwina Helfert, die an ihrem Verkaufsstand "Scottish Things" passende Kleidung anbot: "Wir haben Kilts bis zu einem Bauchumfang von 143 Zentimetern vorrätig", sagt sie.

Aber auch die typischen, "Plaids" genannten karierten Schärpen, Socken, Flachmänner, Anhänger mit schottischen Motiven und der "Sporran", die Gürteltasche für den Schotten von Welt, gingen über den Tresen.

Disziplinen wie Steinweitwurf oder Baumstamm-Überschlag

Müller war vor allem deshalb präsent, weil Manfred Mühlenhaus, Vorsitzender der Highlander vom Niederrhein und Organisator der Highland-Games, in diesem Jahr aus gesundheitlichen Gründen seine aktive Sportlerkarriere beendet. "Ich wünsche meinem alten Freund auch weiterhin viel Spaß bei den organisatorischen Aufgaben", sagt Müller.

Die Highland-Games haben Ihren Ursprung in keltischen Traditionen. Sie fanden bereits im 10. Jahrhundert statt. Die Herrschenden nutzten so die Möglichkeit, unter den Highlandern Soldaten zu rekrutieren oder auch Männer als Bodyguards oder Kuriere zu ermitteln. Typisch schottisch ist, dass die Athleten im Kilt (Schottenrock) antreten.

Der Kempener Verein wurde nach dem Erfolg der ersten Kempener Highland-Games am 14. Juni 2003 gegründet. Vorsitzender ist von Anfang an Manfred Mühlenhaus, der bereits mehrfach erfolgreich an den Original-Games im schottischen Hochland teilgenommen hat. Sein Stellvertreter ist Frank Kelleners, Schatzmeister ist Volker Hampel.

Im Mai letzten Jahres wurde das Schwert der Kempener Highlander gestohlen. Allerdings konnte der Dieb erwischt werden - die Highlander haben das Symbol ihres Sports zurück.

Zur gleichen Zeit freuten sich die sechs Männer des "BigMC´s"-Teams auf die zehn Disziplinen wie BaumstammÜberschlag oder Steinweitwurf. "Wir sind eine Thekenmannschaft der Gaststätte ZurAltstadt", sagen sie und bestellen sich eine Runde Bier. Immerhin zum vierten Mal machten die lustigen Kempener mit.

Fünf Damenteams gingen ebenfalls an den Start

Doch das ist nicht ganz korrekt: Auch fünf Damen-Teams gingen am Samstag an den Start. Sogar die Deutsche Meisterschaft gestern war eine Sache nicht nur von Kerlen. Sogar einen klangvollen Schlachtruf hatten die MC´s dabei, die selbsternannten Meister im "einarmigen Reißen der Viertelliter-Klasse".

Für die Zuschauer, die an beiden Tagen zahlreich zur Burgwiese pilgerten, waren die Games ein Ort der Freude und des Staunens: "Boah, sind das Riesen", dachte nicht nur Lisa (6), die von Papas Schultern aus einen guten Überblick auf das Geschehen genoss.

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