Das Tönisberger Denkmal soll verkauft werden. Der Heimatverein sucht nun nach einer Lösung zur Finanzierung.

Das Tönisberger Denkmal soll verkauft werden. Der Heimatverein sucht nun nach einer Lösung zur Finanzierung.
In einem Immobilienportal im Internet wird das Haus Baaken für 255 000 Euro angeboten.

In einem Immobilienportal im Internet wird das Haus Baaken für 255 000 Euro angeboten.

Kurt Lübke

In einem Immobilienportal im Internet wird das Haus Baaken für 255 000 Euro angeboten.

Tönisberg. Der Vorstand des Heimatvereins macht sich große Sorgen um die Zukunft von Haus Baaken. Inhaber Lutz Weynans, der auch 2. Vorsitzender des Vereins ist, wird das Denkmal an der Bergstraße verkaufen. „Aus persönlichen und beruflichen Gründen“, wie Weynans gestern der WZ bestätigte. Der Tönisberger wird nach Belgien ziehen. Weynans selbst nutzt das Haus Baaken für sein Pottbäckermuseum. Zudem ist die Heimatstube des Vereins in dem Gebäude untergebracht.

Den Mitgliedern des Heimatvereins wurde jetzt per Brief mitgeteilt, dass das Pottbäckermuseum zum Jahresende geschlossen wird. Die Keramiksammlung von Weynans wird in das Eigentum des Bonner Landesmuseums übergehen.

Verkaufen würde Weynans das Haus Baaken am liebsten an den Tönisberger Heimatverein. Verbunden mit der Idee, dass dort ein neues Heimatmuseum eingerichtet würde. Das Problem sei aber derzeit die Finanzierung. „Der Heimatverein ist eine Körperschaft und kann als solche keinen Kredit aufnehmen“, so Lutz Weynans. Dafür müssten mehrere Menschen bürgen. Und diese sucht jetzt der Vorstand des Heimatvereins. „In Hüls und St. Hubert ist das jeweils gut gelaufen“, ergänzt Weynans. Dort hätten Sponsoren und Mitglieder gebürgt – inzwischen sei das Hülser Heimatmuseum und das St. Huberter Weberhaus im Besitz des jeweiligen Heimatvereins.

„Sollte Tönisberg das nicht auch schaffen?“, werden die Mitglieder des Heimatvereins im Brief des Vorstandes gefragt. Neben der Kreditfinanzierung sollen Mieteinnahmen das Projekt des Heimatvereins sichern. Im Brief beschreibt der Vorstand, dass man im Erdgeschoss ein Heimatmuseum einrichten könnte. Das Obergeschoss könnte vermietet werden. Angestrebt werde eine Finanzierung über 25 Jahre. Die Stadt Kempen wird den Heimatverein nicht unterstützen, wie Lutz Weynans bestätigte. Auf die Anfrage nach finanzieller Unterstützung habe man aus dem Kempener Rathaus eine Absage bekommen.

Keramikmuseum am 4. Dezember zum letzten Mal geöffnet

Bei allen Planungen dürfen sich Mitglieder und Vorstand allerdings nicht mehr viel Zeit lassen. Lutz Weynans erklärte gestern gegenüber der WZ, dass er das Haus Baaken bis Ende Januar an den Mann gebracht haben will. Für 255 000 Euro wird das Denkmal bereits auf dem Internetportal Immobilienscout 24 angeboten. Laut Weynans hat es auch schon Besichtigungen gegeben. Der scheidende 2. Vorsitzende bekräftigte, dass ihm der Heimatverein als Käufer lieb wäre. Er müsse aber bald eine Entscheidung treffen.

Das Keramikmuseum in Tönisberg wird am 4. Dezember zum letzten Mal geöffnet. Von 10.30 bis 14.30 Uhr können dann die weit mehr als 1000 Keramikartefakte besichtigt werden. Dann geht die laut Heimatverein weltweit größte Sammlung niederrheinischer Gebrauchskeramik nach Bonn. Dort soll sie voraussichtlich erst ab 2021 wieder zu sehen sein.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer