Bei der Firma Göbel in Grefrath steht für eine Woche der Trainings-Truck der Berufsgenossenschaft.

Grefrath. Der Chef und sein Sicherheits-Beauftragter sind sich einig: "Wichtig ist, die Gefahr zu erkennen", sagen Manfred Göbel und Bernd Spaltmann. Deshalb steht diese Woche vor dem Gebäude der Firma Elektroanlagen Göbel ein grauer 14-Meter-Lastwagen: der Trainings-Truck der Berufsgenossenschaft Energie, Textil, Elektro. In dem Lkw werden rund 70 Mitarbeiter der Göbel GmbH und ihrer Tochterfirmen geschult.

"Leichte Unfälle haben meist die Jüngeren, die schwereren die Älteren, die 48- bis 55-Jährigen", sagt Karl-Josef Wolf. Das steht in den Statistiken seiner Berufsgenossenschaft. Da steht auch drin, dass es 2007 bundesweit 60 Todesopfer bei Unfällen im Bereich Energie, Textil, Elektro gab- 14 weniger als im Jahr zuvor.

"Einen tödlichen Unfall hat es bei uns noch nicht gegeben", sagt Manfred Göbel, der sich vor 35 Jahren selbstständig gemacht hat. Damit es dabei bleibt, gibt es intere Schulungen für alle Mitarbeiter, zudem externe Seminare für die Vorarbeiter.

Und nun steht zum ersten Mal der Trainings-Truck der Berufsgenossenschaft auf Wunsch der Firma am Bleichweg. "Denn betriebsfremde Experten können die Motivation zu sicherheitsgerechtem Verhalten weiter verstärken", sagt Ralf Rox, Mitgeschäftsführer bei Göbel. Der Truck ist für das Unternehmen kostenlos- aber kostspielig.

Während der Schulung fallen die Mitarbeiter für die Arbeit aus

Denn während der ganztägigen Schulungen fallen die Mitarbeiter natürlich für den Arbeitseinsatz aus. Und das summiert sich. "Da kommen etwa 25.000 Euro zusammen", schätzt Göbel. Geld, das er gerne ausgibt. "Die Schulungskosten sind enorm, aber Arbeitsunfälle wiegen noch viel schwerer", sagt der 64-Jährige.

Beim Seminar werden vier Themen behandelt, die Firma und Berufsgenossenschaft gemeinsam erarbeitet haben. Sie sollen sensibilisieren für die Gefahren, die bei der Routine im Trott des Arbeitsalltags lauern. Beim Thema Straßenverkehr geht es unter anderem um vorausschauendes Fahren und das sichere Beladen der Wagen.

Block 2 beschäftigt sich mit den Gefahren des Arbeitens mit Strom. Heben, Tragen und Bohren, die Belastungen durch Lärm und Vibration auf Baustellen sind Thema des dritten Blocks. Und dann ist da noch der Umgang mit Gefahrstoffen wie Gipsstaub, Asbest und radioaktiven Stoffen- denn auch der Ausbau alter Anlagen gehört zu den Aufgaben bei den Göbel-Mitarbeitern.

Gibt es nach den ersten Schulungen schon Erkenntnisse für den Arbeitsalltag? Manfred Spaltmann muss nicht lange überlegen: "Wir müssen stärker auf den Gehörschutz bei der Montage von Sirenen-Anlagen achten." Ungläubig schaut Manfred Göbel seinen Sicherheits-Beauftragten an. Daran hat er bisher noch gar nicht gedacht...

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