Aus der Hauptschule soll eine Verbundschule mit einer Haupt- und zwei Realschul- Eingangsklassen werden. Mindestens 74 Anmeldungen sind dafür nötig.

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Im Schuljahr 2011/2012 sollen am Burgweg 32 auch Realschüler ein- und aus gehen – die Akzeptanz der Eltern vorausgesetzt.

Im Schuljahr 2011/2012 sollen am Burgweg 32 auch Realschüler ein- und aus gehen – die Akzeptanz der Eltern vorausgesetzt.

Friedhelm Reimann

Im Schuljahr 2011/2012 sollen am Burgweg 32 auch Realschüler ein- und aus gehen – die Akzeptanz der Eltern vorausgesetzt.

Grefrath. Eine solche Hochstimmung, wie sie am Montagabend im Schulausschuss wehte, erlebt man zurzeit nur bei sportlichen Großereignissen.

Auch Bürgermeister Manfred Lommetz fühlte sich wohl an seine Fußball-Zeit erinnert: "Wir müssen da alle zusammenstehen. Wir müssen das wollen, dann können wir das Ding durchbringen", motivierte er die versammelte Politiker-Riege im Oedter Ratssaal.

"Die Zustimmung durch den Rat ist Formsache."

Hans-Joachim Monhof (SPD)

Grund für die Euphorie ist der Plan, aus der Hauptschule eine Verbundschule zu machen, in der für das Schuljahr 2011/2012 eine Hauptschul- und zwei Realschul-Eingangsklassen gebildet werden. "Das ist schulpolitisch der ganz große Wurf", sagte Sebastian Trienekens (CDU).

Der vorgelegte Schulentwicklungsplan wurde im Ausschuss einstimmig angenommen. "Die Zustimmung zur Verbundschule durch den Gemeinderat am 27. September ist Formsache", zeigte sich Hans-Joachim Monhof (SPD) überzeugt. Die Hauptschule will das Vorhaben mit ganzer Kraft unterstützen.

"Das können wir mit dem vorhandenen Personal schaffen."

Helmi Röhrig, Hauptschul-Leiterin

"Das können wir mit dem vorhandenen Personal schaffen. Qualifizierte Lehrer haben wir", sagte Schulleiterin Helmi Röhrig.

Auch die Nachbarstädte reagierten positiv. Kempen verspricht sich eine Entlastung der eigenen Realschule, die gravierende Raumprobleme habe. Im Schnitt wechseln 16Grefrather pro Jahrgang dorthin.

Bedenken: Land treibt Entwicklung zu Kompetenzzentren voran

Lediglich die Overbergschule, die Förderschule des Kreises Viersen, meldete Bedenken an. Das Land treibe die Weiterentwicklung der Förderschulen zu Kompetenzzentren voran, meinte deren Schulleiterin Regina Theiler. In Kooperation mit allgemein bildenden Schulen sollen behinderte und nichtbehinderte Kinder integrativ unterrichtet werden.

Das sei spekulativ, so Hauptamtsleiterin Elvira Müller-Deilmann: "Generell ist unsicher, wie es auf Landesebene in der Schulpolitik weitergeht." Denn nach der Landtagswahl am 9.Mai steht die schwarz-gelbe Landesregierung vor einer Ablösung durch ein rot-grünes Minderheits-Kabinett.

Nun kommt es auf die Unterstützung der Grundschulen und die Akzeptanz durch die Eltern an. Zum Start braucht es 74 Anmeldungen, davon mindestens 18 für die Hauptschulklasse. Müller-Deilmann: "Wir haben die Anmeldephase in den Januar vorverlegt. Dann gibt es die Chance, sich rechtzeitig bei anderen Realschulen zu bewerben, wenn es nicht klappt."

Einige rechtliche Fragen müssen noch geklärt werden. Zum Beispiel, was passiert, wenn es keine 18 Hauptschul-Anmeldungen gibt. Bis zum Ratsbeschluss sollen alle Szenarien durchdacht und mit der Bezirksregierung in Düsseldorf abgeklärt sein.

Die Grundschulen sehen mittelfristig keinen Handlungsbedarf

Die Grefrather Grundschulen nahmen den Schulentwicklungsplan zur Kenntnis. Mittelfristig bestehe dort kein Handlungsbedarf. Aber der Entwicklungsplan legt nahe, dass Ressourcen gespart werden könnten, wenn die Katholische Grundschule eine Teilstelle der Gemeinschaftsgrundschule würde.

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