In zehn Tagen backt Hardy Kreutschmann 25000 Weckmänner für sechs Martinszüge.

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Rosinen müssen sein: Bäckermeister Kreutschmann hat vor St. Martin viel zu tun.

Rosinen müssen sein: Bäckermeister Kreutschmann hat vor St. Martin viel zu tun.

Friedhelm Reimann

Rosinen müssen sein: Bäckermeister Kreutschmann hat vor St. Martin viel zu tun.

Grefrath. Nicht Gänse und Laternen, Weckmänner sind es, die Hardy Kreutschmann mit dem Martinsfest verbindet. Wenn die Zeit der Lichtertrecks näher rückt, hat er alle Hände voll zu tun. Der Grefrather Bäckermeister und Geselle Peter Blei haben als Hauptlieferanten von sechs Martinvereinen, Schulen und Firmen jetzt Hochsaison.

Bäcker und Geselle backen die ganze Nacht durch

Tag und Nacht backen sie zwischen dem 4. und 14. November Berge von Stuten: 25000 Weckmänner werden nach Grefrath, Oedt, Mülhausen, Vinkrath, Hinsbeck und Süchteln ausgeliefert. Ein Riesenauftrag für eine nicht so riesige Bäckerei. Und dennoch - Kreutschmann bleibt ganz gelassen: "Das hat sich alles so im Laufe der Jahre entwickelt."

Für ihn und seinen Gesellen ist es kein Problem, auch mal eine ganze Nacht durch zu arbeiten. "Das gehört einfach dazu." Peter Blei nickt.

Das Rezept seiner Stuten und "Männer" verrät er nicht; das bleibt sein Backgeheimnis. Allein einige Zutaten gibt er preis: Weizenmehl, Zucker, Butter, Salz, Hefe, Vollmilch, Rosinen, Mandeln und Glasur.

Die schwersten Weckmänner werden in Mülhausen verteilt

Unterschiedlich große Weckmänner werden nach den Zügen verteilt. Die schwersten Stuten in Grefrath gibt es vom Mülhausener St. Martin. Sie wiegen 500 Gramm, 400 sind es in Oedt und 350 in Grefrath. Wegen des unterschiedlichen Gewichts haben sie auch unterschiedliche Backzeiten: Die 350-Gramm-Stuten werden bei 190 Grad 17 Minuten gebacken; die Weckmänner ein bis zwei Minuten weniger, jedoch bei 200 Grad. Sie müssen "so richtig saftig" bleiben, erläutert der Bäckermeister.

Das Männlein ist entweder aus einem Teig aus Weizenmehl, Zucker und Hefe (Stuten) oder Mehl, Salz, Hefe und Wasser (Wecken).

Im frühen Mittelalter war das Gebäck für Büßer und Kranke als Kommunionersatz verabreicht worden.

Die Figur stellt meist einen Bischof: Ursprünglich wurde er mit einem Bischofsstab dargestellt. Daran erinnert die Pfeife.

Um noch effizienter arbeiten zu können, steht mitten in der Backstube die neue Abwiegemaschine. "Das bedeutet bei solchen Mengen eine große Erleichterung", sagt Kreutschmann und befüllt den Trichter mit Teig - heraus kommen kleine abgewogene Teilgkugeln, die der Bäcker sofort zu Männlein formt. Auch wenn 600 Bleche mit dem süßen Gebäck hergestellt werden, so habe er "keine Backfabrik" .

Ohne zusätzliche Helfer wäre die Aufgabe nicht zu bewältigen, sagt Kreutschmann. Es muss nicht nur gebacken, sondern auch eingepackt werden. Da ist der Bäckermeister froh, dass unter anderem seine Eltern mit anpacken.

Für Kreutschmann, der seit elf Jahren die Bäckerei am Platz an der Sonne hat, gehören unbedingt Rosinen in den Weckmann. Vielleicht ist das ja eines der Dinge - neben dem Backgeheimnis - die ihm so viele treue Kunden bescheren. Die Kinder in Grefrath und Umgebung freuen sich schon jetzt auf ihre Martinstüten - nicht zuletzt wegen der leckeren Weckmänner.

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