Die Landwirte in der Region wollen nicht ganz auf den Unkrautvernichter verzichten, ihn aber gezielt einsetzen.

Die Landwirte in der Region wollen nicht ganz auf den Unkrautvernichter verzichten, ihn aber gezielt einsetzen.
Ganz wollen die Landwirte in der Region nicht auf Glyphosat verzichten. Das Mittel soll aber sparsam eingesetzt werden. Archiv

Ganz wollen die Landwirte in der Region nicht auf Glyphosat verzichten. Das Mittel soll aber sparsam eingesetzt werden. Archiv

Patrick Pleul/dpa

Ganz wollen die Landwirte in der Region nicht auf Glyphosat verzichten. Das Mittel soll aber sparsam eingesetzt werden. Archiv

Kempen/Willich. Die Wogen schlagen in der Politik derzeit hoch, wenn es um das Thema Glyphosat geht. In Deutschland befürwortet vor allem die CSU eine Weiterverwendung des Unkrautvernichters, die von der EU für die nächsten fünf Jahre beschlossen worden ist. Die SPD will das hingegen nicht.

Die Landwirte bei uns sehen das Thema relativ gelassen. „Wir verwenden sehr wenig Glyphosat“, sagt Peter-Josef Coenen, Vorsitzender der Ortsbauernschaft Kempen. Er spricht damit wohl auch für viele seiner Kollegen. Glyphosat werde nicht großflächig eingesetzt, sondern nur da, wo besonders hartnäckige Unkräuter nicht anders beseitigt werden könnten. „Ich persönlich finde die mechanische Bodenbearbeitung besser“, sagt Coenen. Damit ist die maschinelle Beseitigung der Schädlinge gemeint. Im Kreis Viersen ist diese häufig auch deshalb gut möglich, weil keine sehr großen Ackerflächen bearbeitet werden müssen.

Die mechanische Bearbeitung sei allerdings auch teuer, meint Theo Heyes, Ortslandwirt in Willich: „Es wird viel Zeit und viel Kraftstoff verbraucht.“ Er hält es für wichtig, dass Glyphosat nur von Fachleuten verwendet wird. Denn es komme auf die richtige Dosierung an. Die Landwirte würden dafür GPS-Systeme verwenden. Außerdem müssten sie alle paar Jahre ihren sogenannten Pflanzenschutzausweis erneuern. Für problematisch hält Heyes es, den Unkrautvernichter im privaten Bereich zu verwenden. Würden beispielsweise die Fugen zwischen Bodenplatten oder Pflastersteinen damit behandelt, gelangten Teile des Glyphosats in den Boden und das Grundwasser werde verunreinigt.

Wichtig ist den beiden Landwirten auch, dass Glyphosat nur vor oder nach der Ernte verwendet wird, aber nie auf Pflanzen gesprüht wird. „Die Ernte kommt nicht mit Glyphosat in Berührung“, sagt auch Paul-Christian Küskens, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Krefeld-Viersen. Er wünscht sich, dass die nächsten fünf Jahre, in denen Glyphosat auf jeden Fall weiter eingesetzt werden darf, genutzt werden, um endgültig pro oder kontra Glyphosat zu entscheiden. „Wir wollen endgültige Klarheit, damit wir Handlungssicherheit haben“, sagt er. Bis dahin gilt wohl das, was Heyes sagt: „Glyphosat ist bei richtiger Anwendung unkritisch“, so der Willicher Ortslandwirt.

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