Der Hospital-Betreiber scheint auf einem guten Weg zu sein. Probleme gibt es auf der urologischen Station.

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Am WZ-Mobil in Kempen wurde am Donnerstag über die Situation im Hospital zum Heiligen Geist diskutiert.

Am WZ-Mobil in Kempen wurde am Donnerstag über die Situation im Hospital zum Heiligen Geist diskutiert.

Kurt Lübke

Am WZ-Mobil in Kempen wurde am Donnerstag über die Situation im Hospital zum Heiligen Geist diskutiert.

Kempen. „Mein Mann und ich sind sehr zufrieden mit dem Krankenhaus. Pfleger und Ärzte leisten gute Arbeit. Alles ist sauber und ordentlich.“ Das sagte Ursula Eßer. Sie vertrat damit am Donnerstag die Meinung vieler, die zur Rollenden Redaktion der WZ in die Kempener Altstadt gekommen waren.

Zweieinhalb Jahre nach der Übernahme des Hospitals zum Heiligen Geist durch das bayerische Unternehmen Artemed scheint die Kempener Klinik auf einem guten Weg zu sein. Tim Kolwitz, Kaufmännischer Leiter für die Artemed, unterstrich dies am WZ-Mobil: „Wir haben schon unter Beweis gestellt, dass das Haus wirtschaftlich zu führen ist. Wir sind sehr zufrieden.“

Ursula und Karl-Heinz Eßer waren insgesamt schon fünfmal Patienten im Hospital zum Heiligen Geist. Aus Sicht des Ehepaares ist die Qualität der medizinischen Versorgung seit Jahren gleichbleibend gut. Das sei allerdings auch schon so gewesen, bevor Artemed Eigentümer der Klinik wurde.

Gute Erfahrungen hat auch Gerlinde Q. (Name der Redaktion bekannt) gemacht. Ihr wurde bei ihrer Laktoseintoleranz geholfen: Ein Arzt des Krankenhauses stellte für sie einen detaillierten Ernährungsplan auf. Ihr gefallen außerdem die medizinischen Vorträge, die regelmäßig im Krankenhaus angeboten werden. „Nächsten Sonntag werde ich wieder hingehen. Dann geht es um das Thema Ernährung“, sagte die ehemalige Krankenschwester.

Klagen über Toiletten auf dem Gang

Es gab auch andere Meinungen. Klaus Göris wurde vor kurzem in der Urologie operiert. An der medizinischen Versorgung hat er nichts auszusetzen, wohl aber an den Krankenzimmern. „Ich lag in einem Dreibettzimmer, in dem es lediglich ein Waschbecken gab. Das konnte man nur mit einem Vorhang vom Zimmer abtrennen. Da war die Intimsphäre nicht mehr gewahrt“, empört sich Göris.

Der St. Huberter Joachim Lasch wandte sich am Donnerstag per E-Mail an die Redaktion: „Dass Artemed in Kempen eine Luxusstation errichtet, zeugt von unternehmerischer Weitsicht und ist zu begrüßen – soweit der heimische Mittelstand, Handwerker und Zulieferer davon profitieren. Dass es möglich oder erforderlich ist, eine solche Luxusstation einzurichten, rührt aus den Verhältnissen unserer Zweiklassengesellschaft, führt zu Neid und ist in meinen Augen einfach nur unappetitlich.,.“

Eine ähnliche Erfahrung machte Gisela K. bei ihrem Aufenthalt im Hospital. „Ich musste mir eine Toilette auf dem Gang mit den Patienten mehrerer anderer Zimmer teilen“, berichtete sie. Mit der Arbeit der Pflegekräfte und Ärzte ist sie hingegen sehr zufrieden.

Stationen können nur nacheinander saniert werden

Die Verantwortlichen des Krankenhauses sind sich durchaus darüber im Klaren, dass noch nicht alle Stationen auf dem neuesten Stand sind. Sie können aber die geplanten Renovierungen nur nacheinander angehen. „Die Zimmer der angesprochenen Station werden voraussichtlich im Jahr 2016 renoviert“, sagt Kolwitz.

Bislang hat Artemed in drei Stationen investiert. Im vergangenen Jahr ging es mit den Trakten B 2 und B 3 los. Am vergangenen Freitag wurde dann die frisch sanierte Privatstation B 4 eingeweiht. 2015 sollen OP-Säle und Notaufnahme im Erdgeschoss folgen.

Walter Simon, Vorsitzender des Freundes- und Förderkreises der Hospital-Stiftung, schätzt die gute Zusammenarbeit mit Artemed: „Ich kann nur Positives berichten. In der Geschäftsführung stehen uns immer alle Türen offen. Das war in früheren Zeiten nicht immer so.“

Artemed setzt auf ein individuelles Beschwerdemanagement

Sollte es im Hospital zu Beschwerden von Patienten kommen, werden diese laut Tim Kolwitz „sehr ernst genommen“. „Es gibt bei uns keine standardisierten Antwortschreiben. Wir kümmern uns individuell um mögliche Beschwerden.“

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