Andrea Kück aus Kempen berät Arbeitnehmer, die sich neu orientieren möchten. Auf Neudeutsch heißt das Personal Coaching.

Andrea Kück aus Kempen berät Arbeitnehmer, die sich neu orientieren möchten. Auf Neudeutsch heißt das Personal Coaching.
Andrea Kück aus Kempen berät Menschen, die einen neuen beruflichen Weg einschlagen möchten.

Andrea Kück aus Kempen berät Menschen, die einen neuen beruflichen Weg einschlagen möchten.

Kurt Lübke

Andrea Kück aus Kempen berät Menschen, die einen neuen beruflichen Weg einschlagen möchten.

Kempen. WM-Final-Torschütze Mario Götze erlebt beruflich nicht seine besten Zeiten. Arbeitgeber- und Ortswechsel haben dem Fußballer nicht den gewünschten Karrierekick gebracht. Er steht bei den Bayern häufig im Abseits, ohne zu spielen. Was nun? Als Talent, Torlieferant und Titelaspirant muss Götze sich diese Frage für seine Zukunft beantworten. Er hat Berater, die das für ihn tun.

Flaute, Frust und Fehlentscheidung – damit hat auch Otto-Normalverbraucher beruflich zuweilen zu kämpfen. Wer nicht weiter kommt und mehr als den Rat von guten Freunden sucht, könnte bei der Beantwortung der Frage nach dem „was kann ich, was will ich?“ auf Andrea Kück treffen.

Die gebürtige Krefelderin, Jahrgang 1963, Mutter einer Tochter (25) und eines Sohnes (22), lebt mit ihrem Mann Heinz-Hermann seit 1990 in Kempen und schiebt von dort Persönlichkeiten und Karrieren an.

Die ehemalige Chemie-Ingenieurin sattelte vor einigen Jahren um und coacht Menschen, die sich beruflich neu orientieren wollen – weil sie im Job unzufrieden, über- oder unterfordert sind, Probleme mit dem Chef haben, nach ihrer Elternzeit zurück ins Büro wollen, einen Stellenverlust befürchten müssen oder noch gar nicht wissen, wohin die berufliche Reise gehen soll.

Laut Kück trägt jeder die Lösung in sich selbst

Andrea Kück ist davon überzeugt: „Jeder trägt die Lösung in sich.“ Sie aus ihrem Gegenüber herauszukitzeln, ist ihre Kunst und Ergebnis ihrer Fragetechnik, die sie Ziel führend in einem fünfstündigen Gespräch anwendet. „Was einem Spaß macht, fällt einem leicht“, sagt Kück. Sie selbst hat als Coach offenbar ihren Traumjob gefunden: „Im Seminarraum bin ich zu Hause.“

Mit beruflichen Wendemanövern kennt sich die 53-Jährige aus. „Ich wollte Lehrerin werden. Schule hat mich fasziniert“ Doch der Studienberater damals habe ihr abgeraten, sie vor Lehrerschwemme und Arbeitslosigkeit gewarnt. Obwohl sie schon damals eine selbstbewusste und selbstständige junge Frau gewesen sei, „hat mich das abgeschreckt“, sagt Andrea Kück.

Sie wählte den Studiengang Chemie/Ingenieurwesen an der Fachhochschule Krefeld und widmete sich fortan der instrumentellen Analytik. Henkel wurde 1988 ihr Arbeitgeber und blieb es mehr als 20 Jahre.

Als Mutter nie die Tuchfühlung zum Beruf verloren

Kück wurde Mutter, reduzierte auf Teilzeit und Projektarbeiten, organisierte und gestaltete gemeinsam mit ihrem Mann Berufs- und Familienleben. „Ich habe die Tuchfühlung zum Beruf nie verloren.“ Mitarbeitermotivation, Qualitätsmanagement waren Themen, die Kück anvertraut wurden.

Seit 2008 ist die Kempenerin selbstständig unterwegs

2006 absolvierte sie eine Coaching-Ausbildung. Thema: „Stärken stärken, Schwächen schwächen.“ Die drei Kurstage mit der damaligen Seminarleiterin Sigrid Meuselbach haben in Andrea Kücks Leben die beruflichen Weichen neu gestellt. Die Impulsgeberin von damals und die Neu-Durchstarterin haben bis heute Kontakt. „Von ihr habe ich den Mut zum Berufswechsel gelernt.“

Seit 2008 kümmert sich Andrea Kück nun selbst und selbstständig um Stärken und Schwächen von Jugendlichen und Erwachsenen, die eine neue Richtung einschlagen möchten oder müssen. „Ich sehe mich in der Rolle als Kümmerer“, sagt Kück. Sie geht mit immer mehr jungen Leute dem Ansatz nach: „Finde den Job, der zu dir passt.“

Man müsse mit den Menschen Perspektiven erarbeiten

Manchmal müsse man nur den Fokus leicht verändern. „Oder man liegt mit seiner Tätigkeit richtig, wäre aber besser in einem anderen Umfeld aufgehoben“, sagt Kück, die ihrem Gesprächspartner mit Gelassenheit begegnet. Sie selbst sei mit sich im Reinen. „Ich bin gut aufgestellt.“ Andrea Kück habe sich von ihrem langjährigen Chef unterstützt und verstanden gefühlt: „Da versucht man selbst das Bestmögliche zu geben.“

Als Trainerin weiß sie, wie wichtig es ist, Menschen voranzubringen, mit ihnen Perspektiven zu erarbeiten und sie konsequent zu verfolgen. „Jeder hat Talente und Stärken.“ Passen wir zurück zu Fußballer Götze. Das Talent spricht ihm keiner ab. Umschulen muss der Fußballer also nicht. Aber um von der Bank wieder auf den Platz zu kommen, muss er Kücks Credo konsequent umsetzen: „Finde den Trainer, der zu Dir passt.“

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