Ein Erste-Hilfe-Kurs kann Leben retten. Auch zum Auffrischen ist ein Besuch sinnvoll.

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Kursleiter Dietmar Engler (r.) zeigt zwei Kursteilnehmern, wie sie als Erstversorger einen Kradfahrers den Helm vom Kopf ziehen und ihn die stabile Seitenlage bringen.

Kursleiter Dietmar Engler (r.) zeigt zwei Kursteilnehmern, wie sie als Erstversorger einen Kradfahrers den Helm vom Kopf ziehen und ihn die stabile Seitenlage bringen.

Friedhelm Reimann

Kursleiter Dietmar Engler (r.) zeigt zwei Kursteilnehmern, wie sie als Erstversorger einen Kradfahrers den Helm vom Kopf ziehen und ihn die stabile Seitenlage bringen.

Kempen. Auf richtige „Erste-Hilfe-Leistung“ kann nicht jeder Verunfallte hoffen – das hat eine Umfrage vom ADAC und Deutschem Roten Kreuz ergeben. Dabei bieten verschiedene Institutionen Kurse in „Lebensrettenden Sofortmaßnahmen“ an, so auch der Malteser Hilfsdienst (MHD). Am Samstag kamen 15 Interessierte in die Leitstelle der Kempener Malteser, um sich in Sachen Wiederbelebung und Co. schulen zu lassen. Darunter waren nicht nur Führerschein-Neulinge, sondern auch Autofahrer, die neues Wissen erlernen oder Altes auffrischen wollten.

Kursleiter zeigt seit 1985 Verkehrsteilnehmern Erste Hilfe

Kursleiter Dietmar Engler erklärte, wie es geht: „Wenn ein Motorradfahrer verunglückt, muss ihm der Helm abgenommen werden. Dazu braucht es zwei Personen: Einen ‚Kopfhelfer’, der den Helm abnimmt und anschließend den Kopf stützt, und einen ‚Seitenhelfer’, der während der Helmabnahme Nacken und Kopf stützt und die stabile Seitenlage einleitet.“ Seit 1985 ist Engler ausgebildeter MHD-Kursleiter. In dieser Zeit hat er schon so einiges erlebt. „Egal wie stark oder wie schwach man ist: In die stabile Seitenlage bekommt man jeden. Ich gebe Kurse in Kitas und die Kinder schaffen das auch mit mir.“

Nach der stabilen Seitenlage wurde die Herz-Lungen-Massage in kleineren Gruppen an einer Puppe geübt. „Es gibt ein Lied von ,ABBA’, das 120 Schläge pro Minute hat. Wer nicht weiß, in welchem Abstand man bei der Wiederbelebung pumpen soll, braucht nur an ,Dancing Queen’ zu denken“, erzählt der Kursleiter mit einem Lächeln im Gesicht.

Solche Eselsbrücken kommen bei den Teilnehmern gut an: „Man vergisst leicht, was man vor langer Zeit gelernt hat. Dann traut man sich im Notfall nicht mehr zu helfen“, erzählt Lorena Bornschein, die den Kurs zur Auffrischung besucht. „Ich fahre oft auf dem Motorrad mit und wenn ich in eine Notsituation kommen sollte, dann würde ich mir auch richtige Hilfe wünschen.“ Die 16-jährige Schülerin Leonie Wahle hingegen bereitet sich auf den Führerschein vor: „Ich finde es interessant zu sehen, wie eine Unfallstelle abgesichert werden muss oder wie man sich in einer Notfallsituation verhalten sollte.“

Die Debatte, die sich aufgrund der Studie entwickelt hat, ist laut Dietmar Engler berechtigt: „Meiner Meinung nach sollte man seine Kenntnisse alle zwei Jahre auffrischen müssen. Betriebliche Ersthelfer sind dazu in der Pflicht. Ich finde Autofahrer und alle, die am Straßenverkehr teilnehmen, sollten das auch machen müssen.“

Laut einer Umfrage von ADAC und dem Deutschen Roten Kreuz sehen sich viele deutsche Autofahrer dazu in der Lage und sind auch bereit, im Notfall Erste Hilfe zu leisten. Aber nur jeder Dritte weiß, wie es richtig geht. 80 Prozent der Befragten beherrschen keine Herz-Lungen-Massage. 

Die Stadtgeschäftsstelle der Malteser in Kempen ist an der Verbindungsstraße 27, Tel. 02152/1091.

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