Aachen/Krefeld/Nettetal (dpa). Ein in Südafrika lebender deutscher Priester hat den sexuellen Missbrauch an einem deutschen Jungen gestanden. Das teilte das Bistum Aachen am Dienstag mit. Der Mann erstattete per Fax Selbstanzeige bei der Staatsanwaltschaft Krefeld, nachdem die Behörde erste Ermittlungen aufgenommen hatte.

Der Mann steht in Südafrika wegen sexuellen Missbrauchs vor Gericht. Die Vorwürfe dort habe er bestritten, sagte ein Bistums-Sprecher. Der Geistliche war nach seinem Dienst im Bistum Aachen 2007 in die Auslandsseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz gewechselt. Die Staatsanwaltschaft Krefeld machte noch keine Detailangaben zu den Vorwürfen in Deutschland. Es fänden Vernehmungen im früheren Arbeitsumfeld statt.

Der Priester war zwischen 1994 und 2007 in Nettetal und Kerpen tätig gewesen. In den vergangenen Monaten hatte es immer wieder Missbrauchsgerüchte um den Mann gegeben. Das Bistum stellte nach eigenen Angaben Nachforschungen an und rief potenzielle Opfer auf, sich zu melden. Zunächst hätten sich die Gerüchte nicht erhärtet, hieß es.

Erst später habe sich ein Mann an die Personalabteilung des Bistums gewandt und berichtet, dass sein heute erwachsener Sohn als Kind von dem Priester missbraucht worden sei. Im nächsten Schritt habe der Sohn Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Krefeld gestellt. Aktuell ist dies der einzige Missbrauchsfall aus dem Bistum Aachen, in dem eine Staatsanwaltschaft ermittelt. In weiteren bekanntgewordenen Fällen waren die Beschuldigten inzwischen gestorben oder die Taten waren verjährt.

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