Bei der Premiere von „Der Alte muss weg“ sorgte die Kendelbühne für Lachstürme im ausverkauften Forum.

Bei der Premiere von „Der Alte muss weg“ sorgte die Kendelbühne für Lachstürme im ausverkauften Forum.
Im ausverkauften Forum präsentierten die Kendelbühnen-Schauspieler ihr neuestes Stück.

Im ausverkauften Forum präsentierten die Kendelbühnen-Schauspieler ihr neuestes Stück.

Friedhelm Reimann

Im ausverkauften Forum präsentierten die Kendelbühnen-Schauspieler ihr neuestes Stück.

St. Hubert. „Ich habe Bauchschmerzen vor Lachen“, das war der Kommentar einer Besucherin nachdem der Vorhang im Forum St. Hubert gefallen war. Und was der Dame solche Schmerzen verursacht hatte, war der turbulente Auftritt der Kendelbühnen-Komödianten mit dem Stück von Margot Weller „Der Alte muss weg“. Damit war zunächst ein alter Schrank gemeint, den das Ehepaar Brigitte und Werner Münz (Miriam und Jörg Terhoeven) entsorgen wollte. Aber Tochter Gaby (Licia Stickelbruck) glaubte, dass damit der Opa Gustav Kuhn (Johannes Dicks) gemeint ist.

Als dann noch zwei Zeitungsanzeigen aufgegeben werden, ist das Durcheinander perfekt. Denn Opa Gustav war nur alt und klapprig, solange die Familie ein Auge auf ihn hatte, kaum drehte man den Rücken, zog er alle Register. Und das tat Johannes Dicks auch. Erst mimte er den Tattergreis mit Brille und Stock. Dann jedoch mit seinem Freund Hans (Hartmut Reimer) wandelte er quietschfidel auf Freiersfüßen und gab eine Heiratsannonce auf.

Was die beiden auf der Bühne für ein Feuerwerk abbrannten, war ganz großes Kino. Da wurden philosophische Sprüche über das Alter geklopft, natürlich in Hüppersch Plott, da wurden Kästen Bier vernichtet und auch mal ein Tänzchen gewagt. Da wurden sich die Bälle zugespielt und mancher Gag aus dem Stehgreif eingefügt.

Klar, dass die Heiratsanzeige auf großes Interesse heiratswilliger Damen stieß. So musste Postbote Blank – Franzl Becker wurde vom Publikum jubelnd begrüßt – Berge von Post durch das ausverkaufte Forum schleppen. Denn dies war in diesem Jahr die neue Art, die Schauspieler auftreten zu lassen. So erschienen durch den Mittelgang auch die heiratswilligen Damen Aldinger (topmodisch Karin Balters) und, mit süßem französischen Akzent, Jacqueline Piquet (Claudia Stickelbruck). Irmi Lemke als Kaufinteressentin für den Schrank sorgte da natürlich für einige Verwirrung.

Zu Lachstürmen aber riss Hartmut Reimer das Publikum hin, der in einem Blümchenkleid, Größe XXXXL und Knopfstiefeletten seinem Freund eine heiratswütige Dame vorspielen wollte. Als dann noch die Polizei (Manfred Schenk und Sabine Dicks) nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Publikum für Ordnung sorgen wollte, war die Begeisterung perfekt. Natürlich fand sich in dieser Komödie ein Liebespaar: Opa Kuhn und Jacqueline. Unter der Regie von Karin Schenk, der Spielleitung von Johannes Dicks, der Technik von Theo Balters, der sich allerhand Neues hatte einfallen lassen, und mit der bewährten Souffleuse Nelly Pricken, ist der Kendelbühne in diesem Jahr vielleicht der bisher beste Auftritt gelungen, der nicht nur Bauchschmerzen, sondern auch jede Menge Begeisterung auslöste.

Es gibt noch einige Restkarten für die Aufführungen am 1. und 2. Dezember bei Schreibwaren Driesch, Hauptstraße 37. mavie

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