Die Statistik der Kreispolizei zeigt erneut, dass bestimmte Radler-Gruppen überproportional betroffen sind – aber warum?

Die Statistik der Kreispolizei zeigt erneut, dass bestimmte Radler-Gruppen überproportional betroffen sind – aber warum?
Bei der Kreispolizeibehörde geht man der Frage nach, warum verhältnismäßig viele junge Radler Opfer von Unfällen werden. Symbol

Bei der Kreispolizeibehörde geht man der Frage nach, warum verhältnismäßig viele junge Radler Opfer von Unfällen werden. Symbol

Hirschberger/dpa

Bei der Kreispolizeibehörde geht man der Frage nach, warum verhältnismäßig viele junge Radler Opfer von Unfällen werden. Symbol

Kreis Viersen. Auch wenn die Statistik etwas besser geworden ist – sie bleiben im wahren Wortsinn die Sorgenkinder der Kreispolizei: Mädchen und Jungen, die auf Zweirädern in der Region unterwegs sind. Die Zahlen: 28 Prozent aller im vergangenen Jahr im hiesigen Straßenverkehr verunglückten Personen waren Radler. Davon wiederum waren 18 Prozent Kinder. In absoluten Zahlen waren 92 Kinder und Jugendliche betroffen (2016: 102). Davon waren 62 jünger als 15 Jahre.

Kennzahl liegt erheblich über dem NRW-Durchschnitt

Die sogenannte Verunglücktenhäufigkeitszahl (VHZ) beträgt bei den jüngsten Radlern 160,05. Das ist zwar besser als im Vorjahr (198,77), aber noch erheblich über dem NRW-Landeswert von 90,81. Die VHZ ist die Zahl der bei Unfällen Verletzten und Getöteten je 100 000 Einwohner. Ein toter Radfahrer war im vergangenen Jahr laut Kreis-Polizeistatistik nicht zu beklagen.

Auf die Frage nach dem Hintergrund des Problems vermag die Behörde in Viersen derzeit keine Antwort zu geben. „Bislang haben wir keine Erklärung dafür gefunden, warum auf den Straßen des Kreisgebiets im Verhältnis zur Einwohnerzahl überproportional viele Rad fahrende Kinder verunglücken“, sagt Michael Okuhn, Leiter Direktion Verkehr bei der Kreispolizei. Antworten erhoffe man sich unter anderem durch das Projekt „Vorkids“, das im vergangenen Jahr gestartet wurde (siehe Info-Kasten).

Immer mehr Senioren steigen auf Pedelecs um

Auch bei den Senioren auf zwei Rädern geben die Zahlen zu denken. 25 Prozent aller verunglückten Radler gehörten einer älteren Generation an. Die absolute Zahl der betroffenen Menschen ab 65 lautet 83 (Vorjahr: 97). Auch bei ihnen liegt die VHZ mit 129,02 (Vorjahr: 150,78) erheblich über dem Landeswert (77,63). Und wie auch bei den Unfällen mit radelnden Kindern „fehlt uns noch eine Erklärung für dieses Phänomen“, gibt Okuhn zu.

Klar ist, dass die Senioren immer mehr vom Rad aufs Pedelec umsteigen. Von den 83 Verunglückten waren 23 in dieser Form unterwegs, das entspricht 27 Prozent. „Sie unterschätzen oftmals das andere Fahrverhalten ihres Gefährts im Vergleich zum Fahrrad und die Geschwindigkeit“, so der Direktionsleiter.

Die Polizei definiert Pedelecs als solche Fahrzeuge, die den Fahrer während des Tretens und nur bis zu einem Tempo von 25 km/h unterstützen. Sie würden im Rahmen der Straßenverkehrsordnung den Rädern gleichgestellt. Anders sieht es bei schnelleren Varianten und E-Bikes aus.

Insgesamt ist bei den Verkehrsunfällen im Kreis Viersen – erstmals seit vier Jahren – ein leichter Rückgang zu verzeichnen, die WZ berichtete. Die Zahl der Fälle mit Personenschaden sank kreisweit von 1049 auf 1001 (4,6 Prozent).

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