Seit neun Jahren lässt Harald Laps die Pilze in seinen Hallen auf Pferdemist wachsen. Auf fünf Etagen in sieben Hallen erstreckt sich die Pilzlandschaft.

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Harald Laps in der Produktionshalle mit einer Champignon-Kultur.

Harald Laps in der Produktionshalle mit einer Champignon-Kultur.

Lübke

Harald Laps in der Produktionshalle mit einer Champignon-Kultur.

Schmalbroich. Liegt es an der guten Luft in Wall? Oder an der ländlichen Idylle? Vielleicht auch am glücklichen Händchen des Champignonzüchters Harald Laps. Er bewirtschaftet seit neun Jahren die Pilz-Zucht in der Schmalbroicher Sektion Wall.

Mit der Zucht - allerdings der von Schweinen - hatte sein Vater Wilhelm 1976 begonnen. Doch die lohnte sich zur Jahrtausenwende wirtschaftlich kaum noch. Daher empfahl die Landwirtschaftskammer die Umstellung auf die Pilz-Zucht.

"Der Champignon-Pilz ist eigentlich Schimmel."

Harald Laps, Champignon-Züchter

Eine gute Entscheidung, nicht nur finanziell. Denn der Beruf bereitet dem früheren Bürokaufmann sichtlich Spaß. Und das, obwohl sein Arbeitstag oft schon um 6Uhr beginnt und selten vor 22 Uhr endet. Eine Tonne weiße Champions liefert er jeden Tag an Rheinland Champignons in Geldern.

Am meisten los ist um Weihnachten. "Da könnten wir täglich die dreifache Menge liefern", sagt Harald Laps. "Doch das ist mit einem mittelständischen Betrieb nicht zu schaffen. Zudem bekommen wir kaum noch deutsche Arbeitskräfte." So arbeiten und leben neun polnische Frauen auf dem Hof, die laut Gesetz jeweils drei Monate bleiben dürfen.

Der Boden, auf dem die Pilze in fünf Wochen gedeihen, kommt aus Holland: Torfboden, der mit fermentiertem Pferdemist angereichert ist. Alle fünf Wochen wird der komplett gegen neuen getauscht. In sieben 20 Meter langen Hallen schießen die Pilze aus dem Boden.

Auf fünf Etagen in sieben Hallen erstreckt sich die Pilzlandschaft

"Der Champignon ist eigentlich Schimmel", sagt Harald Laps. Sieht man in einer Halle nur den deutlich riechenden dunklen Boden, ragen in einer anderen schon die Knospen hervor, während in einer weiteren bereits geerntet wird.

Auf fünf Etagen in sieben Hallen erstreckt sich die Pilzlandschaft. "Und die muss ich stets im Auge behalten, um die Bewässerung und die Temperatur zu kontrollieren", sagt Laps. 30 Liter Wasser pro Quadratmeter brauchen die Pilze und immer zwischen vier und sechs Grad.

Drei Pilz-Größen züchtet er: Kleine, mittlere und die so genannten Riesen, die man etwa mit Gehackten füllen kann. Für Laps ist das nichts, er mag seine Champignons am liebsten roh.

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