Vorsitzender Jochen Herbst ist vom Vorstand nicht zur Wiederwahl nominiert worden. Das Gremium will Eva Theuerkauf an der Parteispitze.

Kempen. Im Vorstand der Kempener Christdemokraten rumort es. Grund ist die Liste der Personalvorschläge für die Vorstandswahlen am 2. September. Auf dieser Liste steht die St.Huberter Stadträtin Eva Theuerkauf als Kandidatin für den Vorsitz - auf Vorschlag des 15-köpfigen Parteivorstandes. Den Namen des amtierenden Vorsitzenden Jochen Herbst sucht man an dieser Stelle vergeblich. Er läuft nur unter der Rubrik "weiterhin haben sich beworben".

Bei der internen Wahl des Vorstandes für die Vorschlagsliste hat Jochen Herbst nach WZ-Informationen deutlich den Kürzeren gezogen. Gleiches gilt für die amtierende Geschäftsführerin Heike Höltken. Auch sie hat der Vorstand nicht für eine Wiederwahl nominiert - und stattdessen lieber gar keinen Kandidaten aufgestellt. Heike Höltken hat sich ebenfalls "weiterhin beworben".

Herbst: Stimmung im Vorstand hat sich verschlechtert

Auf die Frage nach den Gründen, warum er nicht mehr die nötige Rückendeckung im Vorstand habe, erklärte Jochen Herbst am Mittwoch, dass sich die "Stimmung im Vorstand verschlechtert hat". "Die letzten beiden Jahre waren schwierig. Wir hatten im Vorstand viele Wahlen vorzubereiten und dafür Kandidaten zu bestimmen", sagte Herbst im WZ-Gespräch. "Wenn es ums Personal geht, hat man nicht immer nur Freunde, und da muss man auch schon mal etwas sagen dürfen. Da gibt es nicht immer eine Meinung." Unter dem Strich habe der Vorstand unter seiner Regie aber eine "mehr als sehr gute Arbeit" geleistet - "von allen anerkannt und gelobt".

Das sei auch der Grund, warum er trotz der fehlenden Rückendeckung des Vorstandes in die Kampfabstimmung geht. "Ich spüre Unterstützung von vielen Mitgliedern - und die entscheiden ja letztlich alle zusammen", so der 54-Jährige. "Nicht nur ein paar Leute aus dem Vorstand."

Theuerkauf: Habe mich nicht selber in die erste Reihe gestellt

Eva Theuerkauf hat sich ihre Kandidatur "reiflich überlegt": "Ich habe mich nicht selber in die erste Reihe gesetzt. Ich bin darum gebeten worden, anzutreten", sagte die 47-Jährige am Mittwoch zur WZ. Nach vielen Gesprächen mit Parteifreunden und der Familie sei sie zu dem Schluss gekommen, "dass ich mir den Posten zutraue".

Als Jochen Herbst damals zum Vorsitzenden gewählt wurde, war er auch nicht der Wunschkandidat des Vorstandes. Der hatte Peter Fischer zu seinem Favoriten erklärt. Herbst gewann mit 81 zu 61 Stimmen gegen Fischer und wurde Nachfolger von Karola Vogel, die nicht mehr kandidiert hatte.

"Warum soll die Kempener CDU nicht neue Wege gehen?", so Theuerkauf. Die Mitglieder hätten jetzt die Möglichkeit, sich für oder gegen diese neuen Wege zu entscheiden. "Mit Jochen Herbst und mir treten zwei völlig unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Philosophien gegeneinander an."

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