Das Kfz-Gewerbe im Kreis Viersen verzeichnet 2012 einen Rückgang. Vor allem die Marke Opel macht den Händlern Sorgen.

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Auch bei Gossens in Kempen gab es einen Verkaufsrückgang.

Auch bei Gossens in Kempen gab es einen Verkaufsrückgang.

WZ-Archiv

Auch bei Gossens in Kempen gab es einen Verkaufsrückgang.

Kempen/Nettetal. „Im abgelaufenen Jahr waren ein paar Kratzer im Lack nicht zu vermeiden“, sagt der Obermeister des Kfz-Gewerbes Kreis Viersen, Richard Tendyck. 2012 sei die Ertragssituation im Fahrzeughandel besonders bei den Neufahrzeugen nicht zufriedenstellend gewesen, wenngleich mehr Gebrauchtwagen gehandelt wurden als 2012. Der Nachfrage-Rückgang sei auf die steigende Anzahl an Neu- und Gebrauchtfahrzeugen gestoßen, was bei den Kunden „völlig überzogene Rabattvorstellungen“ aufkommen ließ, so Tendyck.

Internetportale sind eine große Konkurrenz für die Autohäuser

„Es ist nicht immer einfach, den Kunden im Gespräch eine realistische Preisgestaltung näher zu bringen“, so der Geschäftsführer des gleichnamigen Autohauses in Lobberich. Auf Internetportalen und bei Neuwagenvermittlungen seien viele Pkw zwar günstiger, würden dafür aber keinerlei Serviceleistungen beinhalten. Intensive Beratungen, Probefahrten, Garantien und Werkstattleistungen gehören laut Tendyck beim Autokauf in einem Autohaus zur Absicherung der Käufer. „Kaum jemand wird sich etwa von einem Arzt operieren lassen, nur weil dieser der Billigste ist“, so der Kempener.

„Man muss bei der Bilanz zwischen den einzelnen Marken unterscheiden.“

Wolfgang Kroll, Autohaus Gossens

Im Autohaus Gossens in Kempen bestätigt man die Bilanz der Innung. „Insgesamt haben wir einen Rückgang zu verzeichnen“, sagt Geschäftsführer Wolfgang Kroll, der mit seinem Team Neu- und Gebrauchtfahrzeuge von Mercedes, Ford und Opel verkauft.

„Man muss bei der Bilanz aber zwischen den einzelnen Marken unterscheiden“, so Kroll. Bei Opel habe es im Verkauf einen „deutlichen Rückgang“ gegeben. „Das hängt allerdings mit der Gesamtsituation des Opel-Konzerns zusammen“, sagt der Gossens-Geschäftsführer. Dafür habe man wesentlich mehr Modelle von Mercedes verkaufen können. Und auch bei Ford-Fahrzeugen habe es im Hause Gossens ein leichtes Plus gegeben. Genaue Zahlen würden derzeit noch im Unternehmen an der Kerkener Straße analysiert.

Die Werkstattbilanz der Unternehmer im Kreis Viersen fällt nach wie vor gut aus. Das soll sich im Jahr 2013 nicht ändern. Gründe für die gute Bilanz liegen nach Angaben von Obermeister Tendyck in der guten Arbeitsmarktsituation und der leichten Steigerung des Nettoeinkommens. Außerdem führe das steigende Durchschnittsalter der Kraftfahrzeuge dazu, dass mehr Service in Anspruch genommen wird.

KFZ-Mechatroniker: Ebenfalls positiv ist nach Einschätzung des Obermeisters die bestehende Attraktivität der Ausbildungsplatz-Situation im Kfz-Gewerbe. „Der Beruf des Kfz-Mechatronikers ist die unangefochtene Nummer eins der Ausbildungsberufe im Handwerk“, erklärt Richard Tendyck.

Zahlen: Für das kommende Ausbildungsjahr seien bereits 65 Verträge im technischen und kaufmännischen Bereich unterschrieben worden. Insgesamt erlernten im Kreisgebiet 240 junge Menschen einen der Berufe in der Automobilbranche. Bundesweit sind es etwa 90 000.

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