Die Kempenerin Maria Slotta ist seit 30 Jahren Hebamme. Doch auch heute noch ist jede Geburt für sie etwas ganz Besonderes.

Die Kempenerin Maria Slotta ist seit 30 Jahren Hebamme. Doch auch heute noch ist jede Geburt für sie etwas ganz Besonderes.
Maria Slotta ist seit 30 Jahren Hebamme. Im Elterncafé im Campus am Spülwall steht sie montagsnachmittags bei der Hebammensprechstunde für Fragen zur Verfügung.

Maria Slotta ist seit 30 Jahren Hebamme. Im Elterncafé im Campus am Spülwall steht sie montagsnachmittags bei der Hebammensprechstunde für Fragen zur Verfügung.

Friedhelm Reimann

Maria Slotta ist seit 30 Jahren Hebamme. Im Elterncafé im Campus am Spülwall steht sie montagsnachmittags bei der Hebammensprechstunde für Fragen zur Verfügung.

Kempen. Eine Geburt wird in diesen Tagen besonders gefeiert. Die Christen feiern an Weihnachten die Geburt von Jesus Christus. Mehr als 680 Geburten gab es in diesem Jahr bereits im Kempener Krankenhaus – und immer ist eine Hebamme dabei, die die werdenden Eltern in dieser Zeit begleitet. Für die Geburtshelferinnen gehören Geburten zum Berufsalltag. Und doch bleibt es immer ein besonderes Ereignis, sagt Hebamme Maria Slotta „Ich bin schon lange dabei. Aber trotzdem habe ich noch Respekt vor jeder Geburt“, sagt die Kempenerin.

Ankunft

Seit 30 Jahren ist sie schon als Hebamme im Einsatz. Hilft bei der Ankunft der Kinder auf Erden. Wie viele Eltern und Kinder sie in dieser Zeit auf ihrem Weg in die Welt begleitet hat? Maria Slotta gibt sich bescheiden. Aber rund 100 Geburten pro Jahr sind es schon. Da kann man leicht hochrechnen, wie viele neue Erdenbürger in 30 Jahren zusammenkommen. Oft kommt es vor, dass sie auf dem Weg durch die Stadt Mütter trifft. „Die Frau hat Dich auf die Welt gebracht“, erzählen sie ihrem Nachwuchs dann. Dabei seien es doch die Frauen selbst, die dies geschafft hätten, sagt Maria Slotta.

Das Staunen darüber, wozu ein gesunder Körper in der Lage ist, hat sich Maria Slotta auch in den vielen Jahren der Berufserfahrung bewahrt. Wenn sich ein besonders großes Kind auf den Weg in die Welt macht, ist das Team aus Hebamme und Ärzten stets besonders auf der Hut. Wenn eine spontane Geburt gelingt und kein Kaiserschnitt notwendig ist, dann sind dies Geburten, die auch einer gestandenen Hebamme lange in Erinnerung bleiben. „Ein Kind braucht die Wehenerfahrung. So ist es besser auf die Außenwelt vorbereitet“, sagt die Hebamme.

Viel hört man zurzeit von den Problemen, mit denen Hebammen zu kämpfen haben. Darunter die hohen Versicherungskosten. In Kempen habe man eine gute Lösung. „Das Hospital kommt uns da entgegen“, erzählt die 52-Jährige. Zusammen mit acht Kolleginnen ist sie dort als Beleghebamme tätig. Die Frauen organisieren sich selbst und stellen sicher, dass immer eine von ihnen auf der Geburtsstation des Hospitals anzutreffen ist. Aber, auch das will Slotta nicht verhehlen, als Hebamme müsse man schon viel arbeiten, um sein Auskommen zu sichern.

Hebammen begleiten Frauen in der Schwangerschaft, während der Geburt und auch in der ersten Zeit mit dem Baby. Diese Betreuung ist unabhängig davon, wo sie entbinden wollen. Bis zu acht Mütter kann Maria Slotta gleichzeitig betreuen, um allen auch gerecht werden zu können. Zudem steht sie im Rahmen des Elterncafés der Stadt Kempen für Fragen zur Verfügung.

Die Frauen seien heute gut informiert, weiß die Hebamme. In Büchern und im Internet finden sie zahllose Informationen, wünschen sich dann aber doch die Hebamme, die im persönlichen Gespräch bei der Einordnung dieser vielen Fakten helfen kann. Die ersten neun Jahre hat Maria Slotta in Mönchengladbach-Rheydt gearbeitet. Dort gehört eine Kinderklinik zum Krankenhaus. Sie habe dort auch komplizierte Schwangerschaften erlebt.

Seit 21 Jahren arbeitet Slotta in Kempen. Da kommt es vor, dass sie Frauen in der Schwangerschaft begleitet, bei deren Geburt sie selbst schon dabei war.

Die Hebamme hat selbst zwei Kinder. Durch die Geburt ihres Sohnes habe sie selbst wohl auch ein wenig mehr Geduld gelernt. „Ich habe gelernt: Die Frauen machen das schon“, sagt Maria Slotta. Es gibt so viele Möglichkeiten, von der Wassergeburt über verschiedene Lagen und Hilfsmittel bis zum klassischen Liegen auf dem Bett. Aber viel laufe bei den Frauen ganz intuitiv.

Eines habe sich in den drei Jahrzehnten ihres Wirkens auch verändert, sagt die Hebamme. So seien die Väter heute viel besser vorbereitet. „Vor 30 Jahren gab es keine Väter bei der Geburtsvorbereitung. Bei der Geburt waren sie dann oft ungeduldig und wollten ihre Frau beschützen.“ Heute wüssten sie oft besser, was sie erwartet, dass es im Laufe der Geburt eine Steigerung gibt. Dass es eine Es-geht-nicht-mehr-Phase gibt und dann der große Moment kommt. Wenn das kleine Wesen ankommt auf der Welt, es rosig ist und schnauft, es atmet und die Eltern einfach erleichtert sind – das ist ein großes Glück. Auch für die Hebamme.

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