Nicht nur in der Thomasstadt setzt man auf das „Königreich Kempen“ an Front und Heck.

Nicht nur in der Thomasstadt setzt man auf das „Königreich Kempen“ an Front und Heck.
Claudia Lecybyl war die erste, die vor rund neun Monaten ein KK-Kennzeichen der neuen Serie erhielt. WZ-Archiv

Claudia Lecybyl war die erste, die vor rund neun Monaten ein KK-Kennzeichen der neuen Serie erhielt. WZ-Archiv

Gerards

Claudia Lecybyl war die erste, die vor rund neun Monaten ein KK-Kennzeichen der neuen Serie erhielt. WZ-Archiv

Kempen. Es ist fast neun Monate her. Da tauchte die Kempenerin Claudia Lecybyl am frühen Morgen kurz nach 5 Uhr an der Heinrich-Horten-Straße auf und zog mit „K001“ die erste Wartenummer des Tages beim Straßenverkehrsamt.

Dieser 2. März war für überzeugte Kempener, für Nostalgiker und VIE-Verächter ein Feiertag: Das KK-Kennzeichen durfte wieder an das im Kreis Viersen zugelassene Auto befestigt werden.

Claudia Lecybyl, nach eigenen Angaben „Kempenerin mit Leib und Seele“ und damals fürs „Königreich Kempen“ früh aus den Federn, ist längst keine Einzelfahrerin mehr, die mit ihrem Doppel–KK-Nummernschild auf den Straßen innerhalb und außerhalb des Burgrings und jenseits der Kempener City Aufsehen erregt. Das KK ist in und allerorts drauf und dran – auch auf Autos, die ihren festen Stellplatz eigentlich in Willich, Tönisvorst oder Grefrath haben.

Der Kreis Viersen hat die aktuellen Zahl des Gesamtbestands von KK-Kennzeichen veröffentlicht. Die sind interessant. Auf Platz eins, das wundert niemanden, stehen 4662 Kempener, die damit Kilometer machen. Das sind 13,3 Prozent aller Kempener. Dabei fahren gar nicht alle gemeldeten 34 921 Bürger (Stand 30. September 2015) Auto. Heißt also, dass die Prozentzahl unter den Autofahrern der Stadt deutlich höher ist.

Beliebt ist das Nummernschild auch in vielen Nachbarkommunen

In der 50 000-Einwohner-Stadt Willich haben 2159 Autofahrer das neue Kennzeichen bestellt (das sind 4,3 Prozent aller Willicher Bürger). Dieser Prozentsatz wird auch in Nettetal erreicht: In der 42 000-Einwohner-Stadt kurven 1828 KK-Kennzeichen herum.

Der 2. März 2015 geht als das Datum in die Annalen des Kreises Viersen und der Stadt Kempen ein, in der die Wiedereinführung des KK-Kennzeichens vollzogen wurde. Am 29. Dezember 1974 war zum letzten Mal das KK vergeben worden. Mit der kommunalen Neugliederung folgte ab 1975 „VIE“. Das Doppel-K steht bis heute im Volksmund für „Königreich Kempen“. Früher meinten die Buchstaben den Kreis Kempen-Krefeld, heute – mit der Neueinführung – tatsächlich Viersen.

Platz vier der aktuellen Bestandsliste nimmt Viersen ein, die Kreisstadt, mit der Kempen immer noch nicht warm wird. Umgekehrt scheint es den Viersenern auch so zu gehen. Von den 76 097 Viersenern mit Führerschein und Auto haben 1612 die KK-Zulassung. Das sind gerade mal 2,1 Prozent aller Bürger.

Tönisvorst belegt Platz 6 der Bestands-Statistik in absoluten Zahlen. 1582 Autofahrern mit KK-Wunschkennzeichen, bei 29 224 Einwohner bedeuten 5,4 Prozent.

Beliebt ist das Nummernschild ohne V und I und E vorne auch in Grefrath. 845 KK-Kennzeichen gibt’s dort in und vor Garagen. Bei 14 842 Einwohnern ist das ein Prozentsatz von 5,6.

Komplettieren wir den Kreis und listen noch die fehlenden drei Kommunen im Westkreis auf: In Schwalmtal (19 000 Einwohner) haben 571 Autos ein KK an Front und Heck; in Brüggen (15 560 Einwohner) 502 und in Niederkrüchten (15 123 Einwohner) 343.

Das KK-Kennzeichen ist ein Exportschlager des Straßenverkehrsamtes. Insgesamt sind zurzeit 14 104 Autos im Kreis mit diesem Nummernschild zugelassen – Tendenz steigend.

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