Die Rechtsanwaltsfachangestellte aus Nettetal wird am Mittwoch in Düsseldorf geehrt.

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Klaudia Bruckes will jetzt Staatsanwältin werden.

Klaudia Bruckes will jetzt Staatsanwältin werden.

Reimann

Klaudia Bruckes will jetzt Staatsanwältin werden.

Hinsbeck. Klaudia Bruckes aus Nettetal ist die "Beste Auszubildende in Nordrhein-Westfalen". Der Titel wird der 23-jährigen Rechtsanwaltsfachangestellten morgen vom Verband Freier Berufe in Düsseldorf verliehen. Der Verband zeichnet seit drei Jahren die erfolgreichsten Lehrlinge sämtlicher 38 Ausbildungsberufe der Freien Berufe aus.

Klaudia Bruckes, geboren in Breyell, aufgewachsen in Kaldenkirchen, hat "richtig Spaß am Beruf" und ist dennoch keine Überfliegerin - im Gegenteil: "Am Anfang war ich ziemlich unentschlossen, was die Ausbildung angeht", sagt sie.

Denn zum Mai 2007 hatte sie nicht nur eine Zusage der Viersener Kanzlei Michanickl für einen Ausbildungsplatz, sondern auch einen Marketing-Studienplatz in Venlo sicher. Bruckes entschied sich für die Kanzlei: "Damit habe ich erst mal etwas in der Hand", sagt sie.

"Die Schule ist mir relativ leicht gefallen. In der Kanzlei durfte ich sehr schnell viel Verantwortung übernehmen. Es macht mir Freude, mich in Sachverhalte rein zu knieen, sie zu verstehen", sagt Bruckes.

In der Berufsschule fand sie Fachkunde interessant: Kostenrecht und fachbezogene Abläufe wie Zwangsvollstreckung oder Mahnbescheide musste sie erlernen. Bruckes verkürzte ihre Lehrzeit auf zweieinhalb Jahre und schloss die Ausbildung mit "Sehr Gut" ab.

Klaudia Bruckes schloss 2005 die Liebfrauenschule Mülhausen mit Fachabitur ab. Sie absolvierte ein Jahrespraktikum in der Buchhaltung der Stadtwerke Nettetal und begann 2007 ihre Ausbildung, die sie mit "Sehr Gut" nach zweieinhalb Jahren abschloss.

Der Verband Freier Berufe zeichnet seit 2007 die erfolgreichsten 38 Azubis aus. In NRW gibt es derzeit rund 30.000 Auszubildende.

Seit Februar arbeitet sie in der Hinsbecker Kanzlei von Kohnen Rechtsanwälte. Dort geht es um Bau-, Architekten-, Vergabe- und Familienrecht. Bruckes’ Chef, Rechtsanwalt Dominic Kohnen, bestätigt, dass sie sich "so schnell nicht zufrieden gibt".

Er nennt ihre Leistung "nicht alltäglich" und unterstützt sie: "Frau Bruckes möchte noch ’was werden. Das zeigt sie jeden Tag." Die Rechtsanwaltsfachangestellte gibt sich bescheiden, erkennt Wissenslücken: "Mein Handelsenglisch muss ich noch verbessern." Nicht zu ihren Lieblingsaufgaben gehört die Aktenablage, das gehöre "zwangsläufig" dazu.

In ihrer Freizeit halten Klaudia Bruckes ihre Katzen Murphy und Joyce auf Trab. Sie malt und zeichnet, besucht Konzerte, entspannt bei Playstation-Videospielen. Und: Sie möchte ihr Abi nachmachen, Jura studieren und Staatsanwältin werden.

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