In der Kaldenkirchener Galerie zeigen fünf Künstler „Neue Arbeiten“ sowie „Bildhauerische Positionen“ und hinterfragen die Wirklichkeit.

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Katja van Ravenstein zeigt in der Galerie Nostheide-Eycke skurrile Skulpturen.

Katja van Ravenstein zeigt in der Galerie Nostheide-Eycke skurrile Skulpturen.

Kurt Lübke

Katja van Ravenstein zeigt in der Galerie Nostheide-Eycke skurrile Skulpturen.

Kaldenkirchen. Was steckt hinter der schwarzen Tür? Treppe runter, Tür auf, ein Blick, ein Schritt- oder lieber nicht? Ungewiss, was sich dahinter verbirgt. So ungewiss wie die Wirklichkeit davor: Was ist schon normal in unserer Welt?

Für Maurice van Tellingen jedenfalls ist die Welt eine Werkstatt, die Wirklichkeit stellt er als Modell da: Die kleine Treppe, die winzige Tür, sie packt er in Glaskästen, den Balkon hängt er verkleinert an die Wand. Und die Menschen stehen davor und staunen.

Petra Nostheide-Eycke zeigt eine Solo- und eine Gruppenausstelllung

Staunen auch über die Werke der vier anderen Künstler, die in einer einzigartigen Doppel-Ausstellung in der Galerie Petra Nostheide-Eycke zu sehen sind. "Neue Arbeiten" nennt van Tellingen seine Objekte, die er in der kleinen Halle installiert hat.

"Bildhauerische Positionen" heißt die Gruppen-Ausstellung von vier Künstlern in der großen Halle. Auch hier scheint die Welt ein Wirrwarr: Wird die Wirklichkeit verzerrt oder verhöhnt, entzaubert oder entrückt?

Gar niedlich die Heidschnucken aus weißem Wachs: Idylle oder Ironie, Kitsch oder Kritik? Peter Nagel hat Kontraste geschaffen - und andere Tiere in Säulen "gesteckt", darunter Adler und Elefant auf eine kleine weiße Stadt gestellt. Warum? Ja, warum nicht?

Solo-Ausstellung: Der Niederländer Maurice van Tellingen zeigt "Neue Arbeiten". An der Gruppen-Ausstellung sind Peter Nagel, Thomas Kühnapfel, Volker Seifreid und Katja van Ravenstein beteiligt.

Zur Eröffnung sprach Eugen Blume, Leiter des Berliner Museums für Gegenwart.

Galerie Petra Nostheide-Eycke, Bahnhofstraße 19, Kaldenkirchen, bis 30. September mittwochs bis samstags, 13 bis 18 Uhr.

Warum wölben sich metallene Gebilde, Werke von Thomas Kühnapfel, aus der Wand, um davor anmutig akrobatisch zu erstarren - Leben im Stillstand? Fast scheint es, als habe Volker Seifreid das Leben reduziert auf seine Urformen: Der Körper wird zum Spielball.

Katja van Ravensteins skurrile Skulpturen wirken wie Lebensformen, die die menschliche Wahrnehmung als subjektiv entlarven.

Die große Galerie bietet Raum genug, sich aus der Entfernung den Kunstwerken zu nähern, um dann direkt zu sehen, wie sie die Wirklichkeit hinterfragen. Und zu hören: In der kleinen Halle knistert es, knarren Türen, knirschen Schritte. Das Banale, Normale in Maurice van Tellingens Schaukästen ist nur eine Form der Wahrnehmung: Was steckt hinter der schwarzen Tür?

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