Die Stadt mietet eine Wohnung am Buttermarkt. Vereine und Bürger bieten Hilfe an.

Flüchtlinge
Am Buttermarkt 4 lebten früher Ordensschwestern, bald sollen dort Flüchtlinge wohnen.

Am Buttermarkt 4 lebten früher Ordensschwestern, bald sollen dort Flüchtlinge wohnen.

Lübke

Am Buttermarkt 4 lebten früher Ordensschwestern, bald sollen dort Flüchtlinge wohnen.

Kempen. Vor Krisen, Krieg und Gewalt suchen immer mehr Menschen Zuflucht in Deutschland – immer mehr kommen nach Kempen. Diesen Menschen zu helfen, sei eine Selbstverständlichkeit, so Sozialdezernent Michael Klee im Sozialausschuss: „Das ist keine Belastung, aber eine Herausforderung.“

Dennoch seien die Steigerungen dramatisch und die Entwicklung nicht absehbar. Prognosen haben keine lange Haltbarkeit. Anfang des Jahres waren es rund 100 Menschen, mittlerweile sind es mehr als 140. Da sind unkonventionelle Lösungen gefragt. Die Stadt Kempen hat von der Pfarrgemeinde eine Wohnung am Buttermarkt 4 an der Heilig-Geist-Kapelle angemietet.

Wo früher Ordensschwestern wohnten, sollen bald Flüchtlinge unterkommen. Zudem laufen die Arbeiten, um in der zwischenzeitig stillgelegten Asylbewerberunterkunft an der Tönisberger Straße 89 in St. Hubert wieder Flüchtlinge unterbringen zu können. Wie berichtet, investiert die Stadt 153 000 Euro. 36 Personen werden dort leben können. Mitte April soll die Unterkunft bezugsfertig sein.

Im Moment könne man nur schwer planen, berichtet Klee im Ausschuss. Die Bezirksregierung kündige das Kommen der Menschen zwei bis drei Tage vorher an. Dann müssen Unterkünfte bereitstehen. Für die nächsten 40 bis 60 Flüchtlinge laufen bereits die Überlegungen. Auch „Mobilwohnheime“ hat sich die Stadt in Niederkrüchten bereits angesehen.

Arbeitskreis Asyl hat sich neu gebildet

Grünen-Ratsherr Jeyaratnam Caniceus bemerkte, dass an einigen Unterkünften Spielgeräte für Kinder fehlen. Das Thema habe man auf dem Schirm, so Klee. Aber erst müsse man sich um die elementaren Grundbedürfnisse der Menschen kümmern. Caniceus regte an, dass Familien stadtnah untergebracht werden sollten. „Wir müssen verschiedene Faktoren unter einen Hut bringen“, so Klee.

Dazu gehört zum Beispiel die Frage, in welche Schulen die Kinder gehen können. Die Gesamtschule ist im nächsten Jahr mit 29 Schülern in jeder Eingangsklasse so gut wie voll. Noch seien es nicht so viele Fälle in Kempen gewesen, hatte Klee im Schulausschuss geschildert. Man habe Einzelfalllösungen für die Schulkinder gefunden. In der kommenden Woche soll zusammen mit dem Kreis Viersen eine allgemeine Lösung erarbeitet werden.

Klee freut sich über Engagement von Vereinen und Bürgern für die Flüchtlinge. So will der SV Thomasstadt Sportangebote schaffen.

Zudem hat sich jüngst der Kempener Arbeitskreis Asyl und Menschenrechte neu konstituiert. Auf Einladung von Karin Darkwah-Oppong und Michael Stoffels waren 25 Interessierte im Campus zusammengekommen, darunter Vertreter von Kirchen, Wohlfahrtsorganisationen und dem Multikulturellen Forum. Geplant sind Patenschaften für Flüchtlinge und Deutschkurse, die sowohl den Alltag strukturieren als auch Integration ermöglichen sollen. Für die Ehrenamtler wollen der Sozialdienst katholischer Männer (SKM) und der Flüchtlingsrat NRW Schulungen anbieten.

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