Unternehmer Ralf Schwartz war Festredner beim Neujahrsempfang der CDU Kempen. Er betonte, dass die Firmen gut aufgestellt seien, nannte aber auch Knackpunkte.

Unternehmer Ralf Schwartz war Festredner beim Neujahrsempfang der CDU Kempen. Er betonte, dass die Firmen gut aufgestellt seien, nannte aber auch Knackpunkte.
Festredner Ralf Schwartz, Rita Uhlschmidt und Wilfried Bogedain freuten sich über die gute Stimmung beim CDU-Neujahrsempfang im Kempener Kolpinghaus.

Festredner Ralf Schwartz, Rita Uhlschmidt und Wilfried Bogedain freuten sich über die gute Stimmung beim CDU-Neujahrsempfang im Kempener Kolpinghaus.

Friedhelm Reimann

Festredner Ralf Schwartz, Rita Uhlschmidt und Wilfried Bogedain freuten sich über die gute Stimmung beim CDU-Neujahrsempfang im Kempener Kolpinghaus.

Kempen. Der Wirtschaftsstandort Kempen ist gut aufgestellt. Damit das so bleibt, gibt es aber einiges zu tun. So kann man die Rede von Ralf Schwartz beim Neujahrsempfang der CDU zusammenfassen. Der Geschäftsführer der Lackwerke Peters und Vorsitzender der Unternehmerschaft Niederrhein war am Freitagabend Gastredner im Kolpinghaus. „Wirtschaftsstandort Kempen – KK weltweit“ lautete der Titel seines Vortrags. Verbunden mit dem Zusatz „Nachwuchssorgen am Niederrhein? Kempen bereitet sich vor“.

Talente schon während des Studiums an sich binden

„Der Wettbewerb um die besten Talente hat längst begonnen“, sagte Schwartz mit Blick auf die oft schwierige Suche der Unternehmen nach Fachkräften. Er empfahl den Firmen, spätestens während des Studiums die Talente an sich zu binden. „Ideal dafür ist die duale Ausbildung mit einem Studium und einem praktischen Teil im Betrieb“, sagte der Arbeitgebervertreter. Politik und Wirtschaft müssten gemeinsam dafür sorgen, dass diese zweijährige Ausbildungsform weiter gestärkt werde.

Schwartz nannte in seiner Rede drei weitere Kernpunkte, die in Kempen gelingen müssten, um den Wirtschaftsstandort zukunftsfit zu machen. „Zum einen gehört die Integration der Flüchtlinge dazu“, so Schwartz. Unter diesen Menschen seien interessante Fachkräfte für Betriebe. In der Integration der Flüchtlinge liege zum Beispiel die Chance Arbeitsplätze wieder zu besetzen, die derzeit osteuropäische Aussiedler innehaben: „Diese Menschen haben wir vor vielen Jahren hervorragend integriert. Viele von ihnen gehen bald in den Ruhestand.“

Ein weiterer Faktor ist aus Sicht des Lackwerke-Geschäftsführer die Wohnsituation für Arbeitnehmer. „Wir brauchen in Kempen mehr bezahlbaren Wohnraum“, so Schwartz, der aus Krefeld stammt und seit 27 Jahren in Kempen lebt. „Derzeit haben wir die Situation, dass viele Menschen, die in Kempen arbeiten, sich nicht leisten können, dort auch zu wohnen.“ Vermehrt würden diese ins Umfeld – zum Beispiel nach Kerken, Grefrath oder Krefeld – ausweichen. „Der Wohnort Kempen ist für viele zu teuer.“ Schließlich müsse die Kommunikationsstruktur für die Firmen verbessert werden. „Die Internetverbindung muss schneller werden“, sagte Ralf Schwartz. Im globalen Wettbewerb gebe es kaum einen wichtigeren Standortfaktor als eine schnelle und stabile Datenleitung.

Während des Vortrags fand der Geschäftsführer viele lobende Worte für die Kempener Unternehmen. Produkte aus der Thomasstadt seien weltweit anerkannt: zum Beispiel die Klimatechnik der SEW im Bundeskanzleramt, die Lkw der Absatzzentrale auf den Autobahnen oder der fortschrittliche Druck der Firma Nagels auf Eintrittskarten und Parktickets der Republik.

Als Vorsitzender der Unternehmerschaft Niederrhein übte Schwartz aber auch Kritik an seinen Unternehmer-Kollegen. „In den Gremien von Verbänden wie zum Beispiel der IHK sind Kempener Unternehmer kaum vertreten.“ Die Stadt sei unterrepräsentiert. In diesen Gremien könne man wichtigen Einfluss nehmen. „Dazu muss man Zeit und somit Freizeit opfern. Aber es lohnt sich.“

Ein Hotel mit internationalen Standards fehlt

Zum Abschluss seiner Rede griff Schwartz einen christdemokratischen Wunsch auf, den es schon seit vielen Jahren gibt: „Kempen braucht ein Hotel, das internationalen Standards entspricht.“ Derzeit sei es schwierig für ein Unternehmen, seine Gäste und Partner in Kempen vernünftig unterzubringen. Schwartz brachte in diesem Zusammenhang erneut die Kempener Burg ins Spiel. „Es wäre schön, wenn Landrat Andreas Coenen diese Hotel-Idee für die Burg im Hinterkopf hätte.“

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