Bei der Aktion „LvD spielt“ machen immer mehr Schüler mit. Sie schätzen die Gesellschaft, statt alleine vor dem Computer zu sitzen.

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Die Teilnehmer von „LvD spielt“ haben in der Berliner Halle ihren Spaß.

Die Teilnehmer von „LvD spielt“ haben in der Berliner Halle ihren Spaß.

Friedhelm Reimann

Die Teilnehmer von „LvD spielt“ haben in der Berliner Halle ihren Spaß.

Kempen. 500 Gesellschaftsspiele hat Christian Reiners in seinem Besitz. Der Physiklehrer am Luise-von-Duesberg-Gymnasium (LvD) ist Initiator des Nachmittagsangebotes „LvD spielt“. „Vor knapp fünf Jahren gab es bei uns zuerst eine AG, in der ich mit Schülern verschiedene Gesellschaftsspiele ausprobiert habe“, sagt Reiners.

Diese musste jedoch während seiner Elternzeit ausfallen. „Im Anschluss daran entstand das Angebot ,LvD spielt’“, so Reiners. Bei den alle sechs bis acht Wochen stattfindenden Treffen können jetzt auch Eltern und Lehrer mitspielen. „Auch einige Ehemalige, die zum Beispiel in der AG waren, finden regelmäßig ihren Weg zurück ans LvD“, sagt der Initiator stolz.

„Der Zulauf wird zusehends größer. Das Angebot spricht sich herum.“
Christian Reiners, Lehrer

Im Zuge der Spielnachmittage können nach Lust und Laune Spiele ausprobiert werden. „Ich gebe dann eine kurze Regeleinweisung und bin auch bei den ersten Spielzügen dabei. Danach sind die Schüler sich selbst überlassen“, sagt Christian Reiners, denn die Spiele stammen zum größten Teil aus seinem Fundus.

Er sieht in dem Angebot eine Stärkung der sozialen Kompetenzen und der Konzentrationsfähigkeit der Schüler sowie einen größeren Zusammenhalt der Schulgemeinschaft. „Bei Videospielen sitzt jeder alleine vor seinem Computer oder der Konsole. Hier können die Kinder miteinander spielen“, so Reiners.

Und sein Konzept scheint aufzugehen. Kamen zu Beginn der Aktion nur etwa vier Schüler in die Berliner Halle, füllen sich jetzt mehrere Tische mit Spielbegeisterten. „Der Zulauf wird zusehends größer. Das Angebot spricht sich herum“, erklärt der Physiklehrer. Auch in den Pausen seien die Gesellschaftsspiele inzwischen angenommen worden.

Reiners: „So konnten bereits einige Schüler für die eine oder andere Partie ’Love Letter’, ’Sticheln’ oder ’Würfel Ligretto’ begeistert werden, die vorher nicht zu den Spielnachmittagen kamen.“ In den Freistunden und in der Mittagspause des Offenen Ganztages seien immer mehr Schüler mit den Spielen im Selbstlernzentrum beschäftigt.

„King of Tokyo“ oder „Brain Twister“ sind dabei

Jakob (11) spielt zusammen mit seinen Klassenkameraden Thomas (12) und Sean (12) „King of Tokyo“. „Das ist ein sehr schnelles Spiel und macht richtig Spaß“, sagt Jakob. Der Elfjährige ist bereits zum dritten Mal dabei. „Man kann hier alle Spiele ausprobieren“, schwärmt Thomas. So könne man vorher feststellen, ob das Spiel etwas für einen sei. „Nachher kauft man einfach ein Spiel und stellt dann fest, dass es gar keinen Spaß macht“, ergänzt Jakob.

Eine Gruppe Fünftklässlerinnen ist währenddessen in das verrückte Memory „Brain Twister“ vertieft. „Wir haben durch die Plakate in den Pausenhallen von dem Spielnachmittag erfahren“, sagt Johanna (10). Sie ist zum ersten Mal gekommen und möchte beim nächsten Treffen wieder dabei sein.

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