Im Rahmen eines Neujahrsempfangs der Partei in Krefeld teilt der Bundestagsabgeordnete des Kreises Viersen aus: Das Gros der Türken in Deutschland hänge Erdogan an.

Kay Gottschalk
AfD-Politiker Kay Gottschalk

AfD-Politiker Kay Gottschalk

dpa

AfD-Politiker Kay Gottschalk

Krefeld/Kreis Viersen. Rund 200 Besucher erlebten am Mittwochabend den Neujahrsempfang der „AfD Niederrhein“. Begleitet von den Protesten einiger weniger Gegendemonstranten besuchte Jörg Meuthen, Bundesvorsitzender der AfD, seine Parteifreunde in einer abgelegenen Halle in Krefeld-Oppum. Mit dabei auch Kay Gottschalk, Bundestagsabgeordneter des Kreises Viersen, der in Kürze ein Wahlkreisbüro in Krefeld eröffnen wird (siehe Artikel oben).

Gottschalk sorgte dabei mit seinem Auftritt für Aufsehen. Ihn, das Mitglied des Hamburger Sportvereins, mache es rasend, dass er am 18. Februar über einen Antrag abstimme, demzufolge keine AfD-Mitglieder aufgenommen werden sollen. Gottschalk zog einen Vergleich zum Umgang mit Juden im Nationalsozialismus (siehe Artikel oben). Einmal in Fahrt forderte er „allle Bürger guten Willens auf: Boykottiert die Läden der Türken in Deutschland“. Das Gros von ihnen hänge Erdogan an.

Gottschalks Parteifreund Stefan Keuter versuchte im Anschluss zu reparieren: „Der Kay redet sich schon mal in Rage.“

Empörung über die Aussage von Kay Gottschalk

Nach der Berichterstattung in diversen Medien sorgte der Gottschalk-Aufruf zum Boykott türkischer Geschäfte für Empörung. In sozialen Netzwerken stören sich einige an den Formulierungen des zweiten stellvertretenden AfD-Bundesvorsitzenden. Ein solcher Aufruf ist historisch belastet: Der Aufruf durch die Nazis zum Boykott jüdischer Geschäfte war der Beginn einer Verfolgung, die am Ende zum Holocaust führte.

Unaufgefordert verschickte Gottschalk über sein Büro am Donnerstag eine Stellungnahme zu seinen Äußerungen in Krefeld. „Im geschichtlichen Kontext hätte ich an dieser Stelle sensibler sein müssen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Unter anderem das Vorgehen der Türkei in Syrien, wo von einem „Nato-Partner Menschen getötet werden“, hätten zu seinen Aussagen geführt. „Nichtsdestotrotz möchte ich mich für meine Aussage entschuldigen, sie war unsensibel und in dieser Form falsch.“ mip/tkl

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