In der Paterskirche und dem Kulturforum werden Risse und Erschütterungen gemessen.

Sicherheit
Die Rohdung im Zuge des Klosterhof-Neubaus gibt nun den Blick auf die Sakristei (l.) der Paterskirche frei. In der Kirche sind Risse „verkabelt“, wie hier hinter dem Heiligen Petrus. So kann festgestellt werden, ob sie sich im Zuge der Bauarbeiten vergrößern.

Die Rohdung im Zuge des Klosterhof-Neubaus gibt nun den Blick auf die Sakristei (l.) der Paterskirche frei. In der Kirche sind Risse „verkabelt“, wie hier hinter dem Heiligen Petrus. So kann festgestellt werden, ob sie sich im Zuge der Bauarbeiten vergrößern.

Die Rohdung im Zuge des Klosterhof-Neubaus gibt nun den Blick auf die Sakristei (l.) der Paterskirche frei. In der Kirche sind Risse „verkabelt“, wie hier hinter dem Heiligen Petrus. So kann festgestellt werden, ob sie sich im Zuge der Bauarbeiten vergrößern.

Kurt Lübke, Bild 1 von 2

Die Rohdung im Zuge des Klosterhof-Neubaus gibt nun den Blick auf die Sakristei (l.) der Paterskirche frei. In der Kirche sind Risse „verkabelt“, wie hier hinter dem Heiligen Petrus. So kann festgestellt werden, ob sie sich im Zuge der Bauarbeiten vergrößern.

Kempen. „Rumms“, ein größeres Stück Mauerwerk fällt beim Abbruch der Beamtenlaufbahn zwischen Kreishaus und Museum zu Boden: Die Erde bebt. Wie viel Erschütterung vertragen Kloster und Paterskirche? Die WZ hat nachgefragt.

Ist der Grenzwert zu hoch, wird Alarm gegeben

„So ein Rumms-Gefühl ist sehr subjektiv“, sagt Karl-Josef Schaaff, Denkmal-Referent der Stadt Kempen. „Deshalb haben wir ein Rissmonitoring und der Bauträger Schmitz Erschütterungsmessungen veranlasst.“ Das heißt, dass bereits vor den Abbrucharbeiten am Kreishaus und der Beamtenlaufbahn Risse in Kloster und Paterskirche aufgenommen wurden, um den Ist-Zustand zu dokumetieren. Schließlich wurden diese verkabelt und werden elektronisch überwacht. Schaaff: „Es wird aufgezeichnet, wann sich wo und wie oft etwas verändert hat. Das sind Maßnahmen zur Sicherheit des Bauherrn und des Eigentümers. In diesem Fall die Stadt und für die Paterskirche auch teilweise das Bistum.“

Das Gleiche gilt für die Erschütterungsmessungen an verschiedenen Stellen in den Gebäuden. Diese sind von der Ralf Schmitz Wohnungsbaugesellschaft in Auftrag gegeben worden. Sie erfassen, in wie weit sich Kirche und Kloster bewegen. „Bei der Überschreitung eines Grenzwertes, werden wir sofort alarmiert“, sagt Axel Schmitz von der Investorenfamilie. Alarm wurde bisher weder für Risse noch für Erschütterung gegeben, versichern Schaaff und Schmitz.

„Der schlanke hohe Baukörper ist anfällig.“

Karl-Josef Schaaff, Dekmalpfleger, zur Paterskirche

Alle Messungen liegen in der Hand der Aachener „Kempen Krause Ingenieurgesellschaft. „Die ist eines der führenden Baudynamik-Büros. Sie haben Erfahrung mit alten Gebäuden“, sagt Schaaff. Besonders die Paterskirche ist empfindlich. „Im 30-jährigen Krieg hat man nicht so stabil gebaut wie heute“, weiß Hausherrin Elisabeth Friese.

„Der schlanke, hohe Bau ist anfällig“, sagt Schaaff. Die Mauern sind zwölf Meter hoch, bis zur Turmspitze misst die Kirche 25 Meter. Schaaff: „Die Absyss wird nicht von innen gestützt, die Fundamente sind nur gemauert.“ Das Kloster dagegen sei stabiler und teilweise mit Stahlbeton gebaut.

Es werden in der Paterskirche und dem Kulturforum zwei Messungen durchgeführt: die Veränderung der bestehenden Risse (in der Zuständigkeit der Stadt) und die Erschütterung der Gebäude (Firma Schmitz).


Rissmonitoring dient der qualitativen und quantitativen Erfassung von Veränderungen in Rissen. Die Dokumentation erfolgt üblicherweise über Fotos. (Quelle: Wikipedia)

Dabei wird mit einer Art Seismograph horizontal und vertikal gemessen und dokumentiert, ob sich ein Gebäude bewegt. Die Werte werden in Millimetern pro Sekunde gemessen. Der Grenzwert bei Franziskanerkloster/Paterskirche liegt bei drei Millimetern. Axel Schmitz: „Aber wir werden direkt über Handy informiert, wenn der Wert über zwei Millimetern liegt.“

Die Stadt Kempen und Bauunternehmer Ralf Schmitz geben für „ihre“ Messungen Kosten in Höhe von jeweils 10 000 Euro an.

Die Paterskirche im ehemaligen Franziskanerkloster ist die größte Saalkirche am Niederrhein. Sie wurde zwischen 1627 und 1637 im gotischen Stil erbaut. Dort, wo Eingangsbereich und Kasse des Museums sind, war bis zum Bau des Kreishauses die Sakristei des Franzikanerklosters. 1960 wurde dann als Ersatz ein kleiner Anbau an der Paterskirche erstellt. Dieser bleibt auch bestehen. Heute ist dort das Stuhllager des Kulturforums.

Der Abriss des Kreishauses dauert bis Mitte April. Mitte diesen Jahres will die Firma Schmitz mit dem Rohbau des neuen Klosterhofes beginnen.

Es wird nicht permanent gemessen, so Schaaf. Sondern nur, wenn entsprechende Arbeiten anliegen, wie beispielsweise Abriss und Bau der Tiefgarage, die bis auf fünf Meter an die Paterskirche heran reichen wird.

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