Nach dem Schneefall am Wochenende haben Hausmeister alle Hände voll zu tun. Das große Chaos ist ausgeblieben.

wza_1004x1500_612240.jpeg
Hausmeister Werner Kleinofen schippte Montagmorgen zweieinhalb Stunden Schnee auf dem Schulhof des Thomaeums.

Hausmeister Werner Kleinofen schippte Montagmorgen zweieinhalb Stunden Schnee auf dem Schulhof des Thomaeums.

Kurt Lübke

Hausmeister Werner Kleinofen schippte Montagmorgen zweieinhalb Stunden Schnee auf dem Schulhof des Thomaeums.

Kempen/Grefrath/Nettetal. Bei Werner Kleinofen hat der Wecker Montagmorgen schon um 5.15 Uhr geklingelt - der Hausmeister des Thomaeums hatte einiges vor. "Ich hab die Wege vom Schnee befreit, zu jeder Eingangstür: zur Turnhalle, dem Ludwig-Jahn-Platz, dem Pavillon", sagte Kleinofen. Zweieinhalb Stunden dauerte es, bis er seine Schneeschaufel wieder aus der Hand legen konnte. Auf dem festgetretenen Eis verstreute er etwas Salz - dann konnten die Schüler kommen und auf den anderthalb Meter breiten Schneisen im Schnee trockenen Fußes und sicher den Weg zum Schulgebäude bahnen.

"Für Hausmeister sind das jetzt Schreckenszeiten."

Hans LeoWindeln, Leiter der Lobbericher Hauptschule

Etwas leichter hatte es da Dieter Heussen von der Hauptschule in Lobberich: Er konnte auf seinem Benzin getriebenen Schneeräumer zurückgreifen. Allerdings muss er auch einen großen Bereich abdecken: Das Gebiet rund ums Schulzentrum inklusive der Wege darauf. "Das ist allein vom Hand nicht zu schaffen" sagt Schulleiter Hans Leo Windeln.

Bereits am Wochenende ist der Hausmeister die Hauptwege auf den Schulhöfen und die Bürgersteige immer wieder abgefahren. "Für Hausmeister sind das Schreckenszeiten", bringt es Windeln auf den Punkt. "Die verdienen sich in dieser Zeit einen Orden!"

Heinz Schmitz, Hausmeister der Grundschule in Leuth, hat ebenfalls schon am Sonntag vier Stunden lang die Wege geräumt. "Ich hab’ sicherheitshalber auch heute den Wecker früher gestellt und bin um 6 Uhr an der Schule gewesen. Aber da waren die Wege immer noch frei."

Schneeballschlachten machen Spaß - sind aber verboten

An der Liebfrauenschule in Mülhausen räumen die beiden Hausmeister zusammen mit Helfern den Schnee zur Seite. Dort sind beim Winterwetter vor allem die Lehrer gefordert. Sie müssen die Augen offen halten - und darauf achten, dass die Schüler nicht in den Park gehen, um Schneeballschlachten anzuzetteln. Aus gutem Grund: "Wir haben morgens schon den Fall gehabt, dass ein Mädchen einen herumfliegenden Schneeball aufs Auge bekommen hat", sagt Windeln.

Ein Arzt musste die verletzte Schülerin behandeln. "Eine Schneeballschlacht birgt immer ein Risiko, wenn der Schnee hart gepresst ist oder Steine drin sind", weiß auch Edmund Kaum, Leiter des Thomaeums. "Obwohl so etwas für die Schüler Spaß bedeutet, müssen wir das unterbinden, damit sich keiner verletzt."

Im Unterricht wird die Schneepracht selten aufgegriffen. "Mir kam der Schnee als Aufhänger in der elften Klasse in Erdkunde ganz zupass - da sprechen wir über das Klima - aber sonst hätte ich den Einstieg auf eine andere Art gewählt", sagt Edmund Kaum. "Vielleicht stehen jetzt in Biologie die Überwinterungsformen der Tiere auf dem Plan - aber wir rechnen nicht in Mathematik die Quadratmeterzahl des gefallenen Schnees aus", sagt Windeln.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer