Eva Weinert und Vesko Gösel stellen auch in Gladbach aus.

Eva Weinert (r.) und Vesko Gösel mit Kuratorin Hannah Eckstein im Wohnzimmer der Villa V.
Eva Weinert (r.) und Vesko Gösel mit Kuratorin Hannah Eckstein im Wohnzimmer der Villa V.

Eva Weinert (r.) und Vesko Gösel mit Kuratorin Hannah Eckstein im Wohnzimmer der Villa V.

Busch

Eva Weinert (r.) und Vesko Gösel mit Kuratorin Hannah Eckstein im Wohnzimmer der Villa V.

Viersen. Ein hölzernes Band verbindet die Türen. Es führt von der Tür, hinter der die Küche liegt, durchs Esszimmer und weiter ins Wohnzimmer bis zu der Tür, die zum Flur führt. Eva Weinert hat dieses hölzerne Band entworfen, das Bezug auf das Raummaß nimmt und die Rundung der Türen aufgreift, die in der klaren Architektur der Villa V ein spielerisches Element bilden. Die denkmalgeschützte Villa, die der Architekt Bernhard Pfau 1930 für den Unternehmer Walter Kaiser (Kaiser’s Kaffee) erbaute, ist Privathaus und Ausstellungsraum zugleich: Immer wieder räumt die Inhaberin Gerda-Marie Voß Möbel aus dem Wohnzimmer, um Künstlern einen Platz zu geben, dort ihre Arbeiten zu zeigen.

Die Ausstellung ist ab Sonntag zu sehen

Ab Sonntag ist die Villa nun einer von zwei Ausstellungsorten: In der Villa V an der Burgstraße in Viersen und im Kunstverein MMIII an der Künkelstraße in Mönchengladbach stellen Eva Weinert und Vesko Gösel aus, beide ehemalige NEW-Stipendiaten im Gladbacher Wasserturm. Die Ausstellungsorte könnten unterschiedlicher nicht sein: hier das Privathaus, das für Kunstinteressierte die Türen öffnet, dort die ehemalige Gewerbehalle, in der großflächige Skulpturen Platz finden.

Gemeinsam haben beide Orte, dass die Künstler in ihren Arbeiten Bezug auf den Raum nehmen, in dem sie ausstellen – und dadurch Räume verändern. Das betrifft auch das Material. Zeigt Weinert in Viersen das Band, ist es in Mönchengladbach eine Art Käfig. „Eva Weinert macht Raum erfahrbar, sie lässt bewusst werden, was den Raum bestimmt“, sagt Kuratorin Hannah Eckstein.

Während Weinert die Maße eines Raums auseinandernimmt und damit arbeitet, nimmt Gösel Fotografien auseinander und setzt sie neu zusammen. Auf den ersten Blick sind diese in der Villa V gar nicht zu sehen, so sehr scheinen sie zum gewöhnlichen Inventar eines Privathaushalts zu gehören. Objekte Gösels hängen an den Wänden im Flur, stehen in einer Vitrine im Wohnzimmer, zersplitterte Persönlichkeiten. Sein Stoff sind Relikte aus der Frühzeit der Fotografie – in Viersen sind das Kabinettfotoalben aus der Zeit der Jahrhundertwende, wie sie im Schrank der Kaiser’s-Villa präsentiert worden sein könnten.

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