Nach anrüchigen Fotos mit Jugendlichen erteilt der Kreis Thomas Weber Hausverbot. Weber weist die Verdächtigungen gegen ihn zurück.

Da war noch alles in Ordnung: Im Dezember schmückten Jugendamtsleiter Thomas Weber (l.) und Landrat Peter Ottmann (auf der Leiter) mit Jugendlichen zusammen den Weihnachtsbaum im Viersener Kreishaus.
Da war noch alles in Ordnung: Im Dezember schmückten Jugendamtsleiter Thomas Weber (l.) und Landrat Peter Ottmann (auf der Leiter) mit Jugendlichen zusammen den Weihnachtsbaum im Viersener Kreishaus.

Da war noch alles in Ordnung: Im Dezember schmückten Jugendamtsleiter Thomas Weber (l.) und Landrat Peter Ottmann (auf der Leiter) mit Jugendlichen zusammen den Weihnachtsbaum im Viersener Kreishaus.

Da war noch alles in Ordnung: Im Dezember schmückten Jugendamtsleiter Thomas Weber (l.) und Landrat Peter Ottmann (auf der Leiter) mit Jugendlichen zusammen den Weihnachtsbaum im Viersener Kreishaus.

Kreis Viersen. Der Kreis Viersen hat seinen Jugendamtsleiter Thomas Weber beurlaubt und ihm Hausverbot erteilt. Ihm wird „eine Pflichtverletzung außerhalb des Dienstes vorgeworfen, die an seiner Tauglichkeit zum Jugendamtsleiter zweifeln lassen“.

Am Mittwoch Morgen informierte Landrat Peter Ottmann im Forum der Viersener Kreisverwaltung die Mitarbeiter des Jugendamtes; die bisherige Stellvertreterin Agnes Bielefeld wird die kommissarische Leitung des Jugendamtes übernehmen.

Die Bilder sind inzwischen nicht mehr im Internet zu sehen

Anlass für diesen Schritt des Kreises sind Fotos einer Reise, die Weber in seiner Funktion als Vorsitzender des Vereins Jugend aktuell unternommen hat. Auf der Homepage des Vereins waren Bilder zu sehen, die Weber bei einer Jugendreise nach Prag mit Jugendlichen in einer Sauna zeigen.

„Leicht anstößige Fotos“, wie Kreis-Sprecher Axel Küppers sagt. Die Bilder sind inzwischen nicht mehr auf der Homepage zu sehen.

Es gebe keinerlei strafrechtliche Hinweise, aber man halte solche Fotos im Zusammenhang mit einem Jugendamtsleiter für ungeeignet. Man habe Weber zur Rede gestellt und ihm einen Anhörungsbogen ausgehändigt; wie er darauf reagiere, davon hänge die weitere Entwicklung ab, so Küppers.

Thomas Weber spricht gegenüber der WZ von völlig haltlosen Verdächtigungen. Er habe seinen Anwalt eingeschaltet, der eine entsprechende Stellungnahme erarbeite. Bei den Fotos handele es sich um Bilder, wie sie zu tausenden bei Jugendreisen gemacht würden. „Da wurde Blödsinn gemacht im Schwimmbad, mit Badeschaum auf den Brustwarzen“, sagt Weber. Die Fotos entstanden bei der Prag-Reise 2008. Seitdem waren sie auf der Homepage des Vereins zu sehen.

Der 45 Jahre alte Diplom-Sozialarbeiter ist seit Juli 2009 Kreisjugendamtsleiter. Zuvor war er stellvertretender Jugendamtsleiter in Mönchengladbach. Seit zehn Jahren ist Weber Lehrbeauftragter an der Hochschule Niederrhein.

1990 hatte Weber in Viersen den Verein Jugend aktuell gegründet. Der Verein führt Fahrten zu Gedenkstätten des Nationalsozialismus durch, veranstaltet Wochenendfreizeiten und Jugend-Discos. Aus einem Jugendaustausch mit Israel entstand die Städtepartnerschaft Viersen-Pardesia.

Der Vorfall trifft das Kreisjugendamt mit seinen rund 100 Mitarbeitern in einer ohnehin schwierigen Phase. Nettetal macht sich gerade selbstständig, zwischen 20 und 30 Mitarbeitern des Kreisjugendamtes sollen ins neue Amt nach Nettetal wechseln. Der Kreis ist dann nur noch für Tönisvorst, Grefrath, Brüggen, Niederkrüchten und Schwalmtal zuständig.

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