Werner Thiel vom Kreis-Jugendamt besucht die Selbsthilfe-Gruppe.

Die Selbsthilfegruppe „Verstoßene Großeltern“, die Katharina Dargus aus Vorst gegründet hat, wird immer größer.
Die Selbsthilfegruppe „Verstoßene Großeltern“, die Katharina Dargus aus Vorst gegründet hat, wird immer größer.

Die Selbsthilfegruppe „Verstoßene Großeltern“, die Katharina Dargus aus Vorst gegründet hat, wird immer größer.

NN

Die Selbsthilfegruppe „Verstoßene Großeltern“, die Katharina Dargus aus Vorst gegründet hat, wird immer größer.

Kreis Viersen/Krefeld. Ende 2012 hat die Vorsterin Katharina Dargus eine ungewöhnliche Selbsthilfegruppe gegründet: Bei den „Verstoßenen Großeltern“ treffen sich Betroffene aus dem Raum Krefeld/Kreis Viersen, denen der Kontakt zu den Enkeln verboten worden ist – zumeist von den eigenen Kindern. „Wir haben häufig solche Fälle“, sagt Werner Thiel, stellvertretender Leiter des Kreis-Jugendamtes. Er führt zwei Haupt-Ursachen dafür an: Trennung bzw. Scheidung eines Paares oder aber Streit in der Familie. Bei der Trennung eines Paares lebten die Kinder häufig bei der Mutter. Der Vater habe dann ein Umgangsrecht, das Recht der Großeltern, ihre Enkel sehen zu dürfen, werde von den Behörden nachrangig eingestuft. Streit in der Familie, also zwischen Eltern und ihren erwachsenen Kindern, habe unterschiedliche Ursachen. Er werde zum Beispiel ausgelöst durch eine Erbschaft oder die Unfähigkeit, sich mit einem neuen Partner eines Großeltern-Teils abzufinden. Wenn solche Konflikte nicht gelöst würden, werde den Großeltern oft der Kontakt zu ihren Enkeln verboten. Thiel: „Diese werden dann zur Waffe.“

Oft bleibt für Angehörige nur der Weg zum Familiengericht

Die Großeltern kämen dann mit der Erwartung zum Jugendamt, ein Umgangsrecht mit den Enkeln könne behördlich einfach angeordnet werden. „Da müssen wir aber enttäuschen“, so Thiel. „Wir können nur vermitteln, wenn auf beiden Seiten eine Einigungsbereitschaft existiert.“ Die Anordnung eines Kontaktes stelle dagegen eine „hohe Schwelle“ dar. Oft bleibe den Betroffenen dann nur der Weg zum Familiengericht.

Werner Thiel ist bei der Selbsthilfegruppe „Verstoßene Großeltern“ am Dienstag, 24. September, 18 bis 20 Uhr, zu Gast. Treffpunkt ist die Selbsthilfe-Kontaktstelle „Der Paritätische“ in Krefeld, Mühlenstraße 42, Erdgeschoss. „Alle Betroffenen dürfen kommen, nicht nur Mitglieder der Selbsthilfegruppe“, sagt Katharina Dargus.

Das nächste „normale“ Treffen der Gruppe ist am 22. Oktober, 16 Uhr, am gleichen Ort. Anmeldung unter Telefon 0172/2683069.

An dieser Stelle wünscht sich Thiel einmal ein Urteil einer höheren Instanz, das klare Spielräume festlegt. Bislang sei es jedem Einzelrichter selbst überlassen, wie er den jeweiligen Fall persönlich einschätze. Werner Thiel wirbt um Verständnis für die vorsichtige Haltung des Jugendamtes. Das Kindeswohl müsse immer an erster Stelle stehen. Wenn die Enkel aber jahrelang keinen Kontakt zu Oma und Opa gehabt hätten, sei es eben sehr schwierig, diesen noch durchzusetzen. Er wirbt nachdrücklich dafür, den Ursprungskonflikt zu lösen, ehe man versuche, den Kontakt zu den Enkeln wieder herzustellen.

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