Klaus Büskens liebt Marzipan und Pralinen. Der Konditor (73) ist präsent auf vielen Veranstaltungen.

Zuckerbäcker Klaus Büskens vor seinem fahrbaren Marktstand in Kempen.
Zuckerbäcker Klaus Büskens vor seinem fahrbaren Marktstand in Kempen.

Zuckerbäcker Klaus Büskens vor seinem fahrbaren Marktstand in Kempen.

Kurt Lübke

Zuckerbäcker Klaus Büskens vor seinem fahrbaren Marktstand in Kempen.

St. Tönis/Kempen. Heute ist es kaum mehr vorstellbar, aber es muss eine Zeit in Kempen gegeben haben, in der Cafés und Konditoreien nicht so einen starken Zulauf hatten. Das jedenfalls geht aus den Schilderungen von Klaus Büskens hervor, der als Zuckerbäcker weit über die Region hinaus bekannt ist. Noch zwei Jahre will der 73-Jährige, gemeinsam mit seiner gleichaltrigen Ehefrau Rita, mit seinem Naschwerk-Wägelchen unterwegs sein. Dann soll Schluss sein. Zeit also für einen Rückblick in eine bewegte Konditor-Geschichte am Niederrhein.

„Kempen war früher eine Bauern- und Beamtenstadt“, erzählt er. Und die Bauern hätten ihre Kuchen selbst gebacken. Die Beamten wiederum seien auch nicht so scharf darauf gewesen. Im benachbarten St. Tönis dagegen habe die Sache ganz anders ausgesehen: „Hier lebten viele Arbeiter, die in der Krefelder Industrie tätig waren. Und die wollten sich nach getaner Arbeit etwas Gutes gönnen.“

Zu Spitzenzeiten beschäftigte er 20 Mitarbeiter

Demnach hatte sein Vater Christian die richtige Entscheidung getroffen, als er von Kempen nach St. Tönis ging. Hier eröffnete er drei Jahre nach Kriegsende eine Konditorei an der Kaiserstraße 7. Später folgte eine Filiale an der Hochstraße, in der Büskens senior Eis herstellte. „Damals gab es noch zwei Kinos in der Stadt“, erinnert sich sein Sohn. Und die seien immer „knackvoll“ gewesen. Nach den Spätvorstellungen hätten seine Eltern die kalte Süßigkeit an die Kinobesucher verkauft. „Das boomte zu dieser Zeit.“

An der Hochstraße hatte die Konditorei dann auch ihre Hochzeit. An der Stelle, wo heute eine Parfümerie ist, ließ Christian Büskens ein altes Haus abreißen und baute neu. „Unten waren Ladenverkauf und das Café, das sich im ersten Stock fortsetzte“, so sein Nachfolger, der sein Handwerk unter anderem in St. Gallen in der Schweiz erlernte. Ende der 70er Jahre übernahm er das Geschäft von seinem Vater und machte gegenüber (heute Stinges) ein Bistro auf. Zu Spitzenzeiten beschäftigte er 20 Mitarbeiter.

Seine berufliche Zukunft hatte er sich ursprünglich anders vorgestellt: „Nachdem ich am Abendgymnasium mein Abitur gemacht hatte, wollte ich auf Lehramt studieren.“ Doch der Vater hatte anderes im Sinne. „Er sagte zu mir, dass ich in acht Tagen den Läden übernehmen solle“. Damit war die Sache entschieden. „So war das eben damals.“ Seine Frau, eine gelernte Optikerin, machte genauso eine Lehre zur Konditoreiverkäuferin wie seine drei Schwestern. „Die Lehrlinge durften nicht denken, dass die Chefin keine Ahnung habe“, erklärt er.

Auf eine gute Ausbildung hat Klaus Büskens nach eigener Aussage stets größten Wert gelegt. Aus seiner Schule gingen einige Landessieger hervor. So mancher machte sich später in der großen, weiten Welt als Patissier einen Namen, etwa in den USA. Ihr Ausbilder blieb seiner Heimat treu.

Nach 50 Jahren zurück zu den familiären Wurzeln

Nach 50 Jahren in St. Tönis ist das Ehepaar Büskens vor fünf Jahren an den Heyerdrink nach Kempen gezogen – also zurück zu den familiären Wurzeln. Hier steht auch das aus Bremen stammende Wägelchen, mit dem das Duo seit dem Ende seines festen Standorts (zuletzt das Hoflädchen hinter Rewe) im Jahr 2012 auf Veranstaltungen präsent ist. Zwischen September und Muttertag rollt es beispielsweise in den Park von Schloss Dyck, zur Dorenburg, zur Krefelder Rennbahn oder auf die Schildergasse in Köln. Danach wird es für Pralinen, Nougat und – Büskens besondere Spezialität – Marzipan zu heiß.

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