Die Brauereien drehen in der Gastronomie ab Montag an der Preisschraube. Ob Pils oder Alt für den Kneipengast teurer wird, ist offen.

Die Sorte spielt keine Rolle – die Brauereien erhöhen ab Montag die Preise in der Gastronomie.
Die Sorte spielt keine Rolle – die Brauereien erhöhen ab Montag die Preise in der Gastronomie.

Die Sorte spielt keine Rolle – die Brauereien erhöhen ab Montag die Preise in der Gastronomie.

Die Sorte spielt keine Rolle – die Brauereien erhöhen ab Montag die Preise in der Gastronomie.

Armin Horst (l.) und Horst Kockers fürchten wie andere Wirte die Preiserhöhung fürs Fassbier. Archiv-

dpa, Bild 1 von 3

Die Sorte spielt keine Rolle – die Brauereien erhöhen ab Montag die Preise in der Gastronomie.

Kempen. Die Wirte der Kempener Altstadt hatten jüngst äußerst unerfreuliche Post im Briefkasten. Getränkelieferanten und Brauereien kündigten an, dass der Bierpreis in Kürze steigen wird. Ab Montag beginnen die Brauereien in Deutschland mit den Erhöhungen. „Vor allem so kurz vor Karneval kommt das zur Unzeit“, sagt Armin Horst auf Anfrage der WZ. Er betreibt das Restaurant Ellenpoort und die Kneipe Treppchen – nebeneinander an der Ellenstraße. Armin Horst stellt sich auf eine Erhöhung „zwischen zwölf und 13 Euro“ pro Hektoliter (100 Liter) ein. „Das ist schon eine massive Erhöhung“, so der Wirt.

„Treppchen“ und „Zur Altstadt“ liegen derzeit bei 1,50 Euro

Preisanstiege in dieser Höhe habe es in den vergangenen eineinhalb Jahren nicht mehr gegeben. Damals hat Horst nach eigenen Angaben den Preis angehoben – auf 1,50 Euro pro 0,2-Liter-Glas. Auf diesem Niveau ist der Preis im Treppchen auch heute noch. Und bei dieser Marke wird es wohl auch bleiben. „Wenn ich die Erhöhung durch die Brauereien einkalkuliere müsste ich den Bierpreis um zehn Cent auf 1,60 Euro erhöhen“, sagt Armin Horst. Er wolle aber innerhalb der Altstadt nicht mit einer Erhöhung vorpreschen. „In diesem Jahr bin ich ja auch in einer Sondersituation“, verweist der Werbering-Vorsitzende darauf, dass er seine Gaststätten im Sommer aus gesundheitlichen Gründen aufgeben wird (die WZ berichtete).

Ebenfalls nicht gut auf die Brauereien zu sprechen ist Horst Kockers, der die Kneipe „Zur Altstadt“ an der Neustraße betreibt. Ihm habe sein Getränkelieferant eine Erhöhung um neun Euro pro 50-Liter-Fass der Marke Bitburger Pils in Aussicht gestellt. „Das ist schon heftig“, stellt Horst Kockers fest. Wie sein Kollege Armin Horst hat auch Kockers schon gerechnet, dass er den Bierpreis eigentlich von 1,50 auf 1,60 Euro erhöhen müsste. „Ich weiß aber, dass das viele Kunden vom Besuch bei mir abhalten könnte“, sagt der Altstadt-Wirt. Daher sei er noch zu keiner abschließenden Entscheidung gekommen, ob er die Erhöhung an seine Gäste weitergeben wird. Kockers werde auch beobachten, wie die Kollegen in Kempen mit dem neuen Bezugspreis umgehen werden.

Sowohl Horst Kockers als auch Armin Horst reagieren mit Unverständnis auf die Ankündigung der Brauereien, dass der Fasspreis erhöht wird, der Preis fürs Flaschenbier im Handel aber nicht. „Das ist unfair und ein Wettbewerbsnachteil“, sagt Armin Horst.

Auf diese Angelegenheit angesprochen halten sich die Konzerne mit Auskünften zurück. „Zu den genauen Details der Preisgestaltung können wir aus wettbewerblichen Gründen leider keine Angaben machen, da es sich um interne strategische Überlegungen handelt“, teilt zum Beispiel die Pressestelle der Bitburger Brauerei mit. Nach Angaben des Unternehmens ist „die Preisgestaltung für Handel und Gastronomie zeitlich nicht aneinander gekoppelt“. In den letzten Jahren seien die Handelspreise bereits immer wieder angepasst worden, während die Fassbier-Preise seit drei Jahren unverändert geblieben seien.

Auch andere Brauereien ließen sich mit Blick auf die Preisgestaltung nicht in die Karten gucken. Ein Branchenkenner aus dem Bereich der Lieferanten stellte gegenüber der WZ die These auf, dass Krombacher als Marktführer im Flaschenbier-Bereich am derzeitigen Preis festhalten wird. „Aus diesem Grund scheuen auch die anderen eine Erhöhung im Bereich des Handels“, so der Informant (Name der Redaktion bekannt).

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